Grazer Wissenschafter entwickeln nano-optische Lichtquelle

29. September 2008, 16:43
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Idee nutzt den Effekt, dass sich Plasmonen zweidimensional in einer Metalloberfläche ausbreiten

Graz/Wien- Die Entwicklung einer nano-optische Lichtquellen melden Wissenschafter der Universität Graz und der Technischen Universität (TU) Graz. "Es ist uns gelungen, eine miniaturisierte Leuchtdiode aus Kunststoffhalbleitern zu konstruieren, die sich in eine wenige Nanometer dünne Goldoberfläche mit Nanostrukturen integrieren lässt und flaches, zweidimensionales Licht - so genannte Oberflächenplasmonen - emittiert", berichtet Joachim Krenn, Leiter der Arbeitsgruppe Nano-Optik am Institut für Physik der Karl-Franzens-Uni.

Für die Übertragung großer Datenmengen - Stichwort: Breitband - werden heute schon häufig optische Übertragungsmöglichkeiten mit Licht und Glasfasern genutzt, lediglich in den Geräten selbst setzen Technologen bis heute auf die gute alte Elektronik. "Das liegt nicht zuletzt daran, dass einer Verkleinerung von optischen Systemen durch die Wellenlänge des Lichts Grenzen gesetzt sind, die Strukturen können nicht beliebig verkleinert werden", erklärte dazu Krenn.

Vorteil der Plasmonen

So entstand die Idee, das Licht einer ganzen Dimension zu "berauben" und so zur gewünschten Verkleinerung in Gestalt einer extremen Verflachung der benötigten Strukturen zu kommen. Im Gegensatz zu Photonen breiten sich Plasmonen zweidimensional in einer Metalloberfläche aus. Von außen, also beim Betrachten der Oberfläche ist dabei nichts zu sehen, da der Betrachter kein Teil des Systems ist.

Nächstes Ziel ist es, auch komplexere Operationen in den zweidimensionalen Systemen durchzuführen und so langsam etwa auch Computer erzeugen zu können. Wie groß die Platzeinsparung durch die Nutzung der Plasmonen gegenüber der herkömmlichen Elektronik sein kann, wagt Krenn noch nicht zu prognostizieren. Aber alleine die Tatsache, dass alles, was bisher in Gehäusen untergebracht ist, plötzlich in Form einer flachen Folie existieren kann, lässt die Möglichkeiten erahnen.

Die Arbeiten der Grazer Forscher wurden in der jüngsten Online-Ausgabe der renommierten Wissenschaftszeitschrift "Nature Photonics" veröffentlicht. (APA/red)

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