Razzia in Luxemburger Teamhotel

27. September 2008, 12:25
5 Postings

Polizei fünf Stunden lang vor Ort - Neue Dopingvorwürfe gegen Fränk Schleck, Teilnahme am Straßenrennen derzeit nicht in Gefahr

Varese - Im Hotel der Luxemburger Nationalmannschaft in Gaggiolo an der Schweizer Grenze hat in der Nacht auf Samstag - einen Tag vor dem Start des Straßenrennens -  eine fünfstündige Polizei-Razzia mit etwa 20 Beamten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Varese stattgefunden. Ob das Vorgehen in Zusammenhang mit den neuen Vorwürfen gegen Fränk Schleck stand, blieb zunächst unklar.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag-Ausgabe) sei der 28-jährige Schleck Kunde des spanischen Doping-Arztes Eufemiano Fuentes gewesen, was mit einem Bankauszug über 6.991 Euro belegt wurde. Die Überweisung soll von Schleck an Fuentes im März 2006 getätigt worden sein.

Die Anti-Doping-Kommission Luxemburgs lud Schleck zu einer Anhörung vor. Laut Reglement könnte der Weltverband UCI einen Fahrer schon bei einem Doping-Verdacht sperren. "Ich konzentriere mich auf das Rennen. Ich habe nicht gedopt", sagte Schleck am Samstag. Den Termin bei der nationalen Anti-Doping-Behörde bestätigte er.

Ein UCI-Sprecher betonte, dass Schleck beim Straßenrennen am Sonntag teilnehmen darf. "Bis zur Stunde liegt uns kein Dokument vor, dass im Fall Schleck seine Zusammenarbeit mit Fuentes nahelegt. Deshalb ist er natürlich startberechtigt.

In den Fuentes-Akten tauchte ein Verweis auf "den Freund des Birillo" auf. Dabei könnte es sich um Schlecks Codenamen handeln. "Birillo" war Ivan Bassos Deckname. "Ich kenne den Herrn Fuentes nicht", hatte Schleck im Juli während der Tour de France erklärt, nachdem das Auto seines Vaters von der Polizei ergebnislos nach Drogen durchsucht worden war. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Sorgt für Gesprächsstoff: Fränk Schleck.

Share if you care.