Neue Briefwahl führt zu Rekord bei Wahlkarten-Wahl

27. September 2008, 12:01
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Neue Briefwahl sorgte für Steigerung um 40 Prozent - Könnte "Zünglein an der Waage" werden

Wien - Die neue Briefwahl hat zu einem Rekord bei den Wahlkarten geführt. Fast zehn Prozent der 6,3 Mio. Wahlberechtigten - genau 9,27 Prozent - wollen ihre Stimme per Wahlkarte abgeben. 586.759 Wahlkarten wurden heuer beantragt, teilte der Leiter der Wahlabteilung im Innenministerium, Robert Stein, der APA mit. Das sind um 40 Prozent mehr als 2006. Die Briefwähler könnten den Ausschlag geben, wenn die Wahl knapp ausgeht. Ihre Stimmen sind im vorläufigen Endergebnis, das Sonntag Abend verkündet wird, nicht enthalten. Sie werden am Dienstag in einer Zwischenauswertung und endgültig am 6. Oktober ausgezählt.

Die Briefwähler könnten zum "Zünglein an der Waage" werden, wenn sich SPÖ und ÖVP tatsächlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern - oder wenn z.B. das LIF am Sonntag knapp unter der Vier-Prozent-Hürde liegt. 2006 waren es - sogar noch ohne Briefwahl - letztlich die Wahlkarten-Wähler, die den Grünen den am Wahlsonntag noch knapp verpassten dritten Platz vor der FPÖ bescherten.

28.162 Wahlkarten im Ausland

Der weitaus größte Teil der Wahlkarten - 558.597 - ging wie immer ins Inland. 28.162 wurden ins Ausland geschickt. Aber heuer hat auch das Interesse der Auslandsösterreicher an Wahlkarten (sogar etwas stärker als bei den Inländern) zugenommen, während es bei den vorigen Wahlen leicht rückläufig war. Denn mit der Briefwahl wurde auch für sie die Stimmabgabe erleichtert. Im Inland ist das Interesse an Wahlkarten auch bei den letzten Wahlen gestiegen, aber jeweils nur um rund zehn Prozent.

Nicht alle ausgestellten Wahlkarten werden für die Briefwahl verwendet werden. Denn sie dienen auch dazu, die Stimme am Wahlsonntag in einem fremden Wahllokal oder vor "fliegenden Wahlkommissionen" abzugeben. Geschieht dies im eigenen Wahlkreis, ist die Stimme schon im vorläufigen Endergebnis enthalten, das Innenministerin Maria Fekter (V) am Sonntag gegen 19.30 Uhr verkündet. 2006 wurden rund 140.000 Wahlkarten im eigenen Wahlkreis abgegeben, heuer werden es ähnlich viele sein.

An die zehn Prozent der gültigen Stimmen könnten in diesem Ergebnis aber noch nicht enthalten sein. Das sind einerseits die Wahlkarten, die am Sonntag in einem fremden Wahlkreis verwendet werden. Sie kommen in die Zwischenauszählung am Dienstag. Der größere Teil dürfte heuer aber nicht nur im Ausland, sondern auch im Inland für die erstmals mögliche Briefwahl eingesetzt werden. Schon am Freitagnachmittag hatten in einigen Landeshauptstädten an die vier Prozent der Wahlberechtigten auf diesem Weg ihre Stimme abgegeben. Und die Briefwähler haben noch Zeit: Wahlschluss ist zwar auch für die Briefwahl Sonntag 17.00 Uhr. Aber die Wahl-Briefe müssen erst bis 6. Oktober, 14.00 Uhr, bei den Bezirkswahlbehörden einlangen. Die bis zum 30. September eingelangten werden aber ebenfalls schon in der Zwischenauswertung ausgezählt.

Auffällig stark ist die Zunahme der ausgestellten Wahlkarten in Tirol (58,10 Prozent) und Vorarlberg (50,36). Dass in Wien "nur" um rund ein Drittel mehr Anträge gestellt wurden, dürfte daran liegen, dass sich in der Bundeshauptstadt schon immer überdurchschnittlich viele Wähler der Wahlkarte bedienten. (APA)

 

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