Der neue alte Dominator der US-Finanzwelt

26. September 2008, 18:49
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JPMorgan Chase wurzelt tief in Manhattan - Das zweitgrößte US-Geldinstitut spielt heuer bereits zum zweiten Mal den Retter in der Not

NewYork/Washington - Zum zweiten Mal heuer spielt JPMorganChase, das zweitgrößte US-Geldinstitut nach der Bank of America, bereits Retter in letzter Not: Im März stimmte man einer Übernahme der damals vor der Pleite stehenden US-Investmentbank Bear Stearns zu - freilich nur mit einer Garantie der Notenbank Federal Reserve über 29 Milliarden Dollar für eventuelle Kreditausfälle. Jetzt verleibt sich JPMorgan die größte US-Sparkasse, Washington Mutual ein (siehe Artikel).

Dies alles riss die Nachrichtenagentur Reuters gar zu der Aussage hin, Jamie Dimon, zurzeit der oberste Boss von JPMC, "beginnt mehr und mehr wie die Inkarnation von John Pierpont Morgan" auszusehen. Dieser (1837-1913) dominierte mit seiner Firma JP Morgan & Co. nichts weniger als die Unternehmensfinanzierung in den USA im ausgehenden 19. Jahrhundert. 1892 arrangierte er zum Beispiel die Fusion von Edison General Electric und der Thompson-Houston Electric Company zu General Electric, bis heute der größte Konzern der Welt. Sein Enkel, Henry Sturgis Morgan, gründete gemeinsam mit Harold Stanley 1935 die Investmentbank Morgan Stanley (die ihren Sonderstatus aufgeben und von der japanischen Mitsubishi-Bank mit Milliarden gegen 20 Prozent der Aktien versorgt wurde).

Im Jahr 2000 fusionierte JPMorgan mit der Chase Manhattan Bank, eine der am schnellsten wachsenden US-Kommerzbanken. Diese wiederum war 1996 von der Chemical Bank erworben worden. Der Name Chase Manhatten wurde für den neuen Bankriesen weiterverwendet, weil er international bekannter war. Chase National wurde 1877 gegründet (die Rockefellers waren Großaktionäre), die Manhattan Company 1799. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27./28.9.2008)

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