Fall beschäftigt weiter die Gerichte

26. September 2008, 18:39
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Verfahren gegen Behörden in Innsbruck und gegen Mutter in Korneuburg anhängig

Innsbruck/Korneuburg - Der Fall Luca wird nach Ende des Prozesses gegen den 23-jährigen Fritz D. Arbeit für die Justiz bringen. In dem aktuellen Verfahren ging es ausschließlich um die Umstände, unter denen das Kleinkind Anfang November ums Leben gekommen ist.

Derzeit laufen bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck aber auch Ermittlungen gegen die in dem Fall zuständigen Bezirkshauptmannschaften und Jugendwohlfahrten in Schwaz und Mödling. Die Frage: Ob sie auf Warnungen und Hinweise zur Kindesmisshandlung ignoriert haben. Zwei Zeugenaussagen sind nach wie vor ausständig. In etwa in einem Monat soll feststehen, ob Anklage erhoben wird. Auch das Verhalten der mit dem Buben in Kontakt gekommenen Ärzte wird noch untersucht.

Außerdem ist in Korneuburg ein Verfahren gegen Lucas Mutter anhängig. "Dabei geht es um die ganze Vorgeschichte zum Todesfall", sagt Staatsanwalt Friedrich Köhl. Um mit dem Vorverfahren zu beginnen, muss der Ausgang der Innsbrucker Ermittlungen abgewartet werden. "Wir müssen zuerst genau wissen, welche Auflagen und Informationen die Behörden der Mutter gegeben haben", sagt Köhl. Luca hatte im Zeitraum der Ende März 2007 begonnenen Beziehung seiner Mutter mit dem Niederösterreicher Fritz D. schon vor seinem Tod mehrmals Verletzungen erlitten. Richter Gernot Braitenberg führte am Freitag Brüche von Rippen und Arm sowie Hämatome unbekannter Herkunft, insbesondere am Popo des Kleinkindes an. Diese seien aufgetreten, wenn die Tirolerin und ihr Freund Kontakt gehabt hätten.(Gudrun Springer, DER STANDARD Printausgabe, 27./28.09.2008)

 

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