Das Kreuz des Höllenhundes mit Chrysler

26. September 2008, 17:07
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Daimler gibt seine letzten 20 Prozent an Cerberus ab, dieser soll gerüchteweise aber seinerseits schon wieder vor dem Absprung stehen

Detroit/Stuttgart - Der deutsche Autohersteller Daimler (Mercedes-Benz, Smart) beendet jetzt ein besonders unschönes Kapitel in der Firmengeschichte mit dem Titel "DaimlerChrysler" endgültig. Die letzten 20 Prozent am schwächelnden US-Konzern Chrysler werden an den Mehrheitseigentümer Cerberus (der "Höllenhund" kaufte in Österreich bekanntlich dem Gewerkschaftsbund die Bawag-PSK ab) abgegeben.

Der Finanzinvestor stieg 2007 bei Chrysler ein, Daimler-Benz und der US-Konzern hatten 1998 fusioniert, es war aber nach mehreren Anläufen auch den Deutschen nicht gelungen, den amerikanische Hersteller (Marken: Chrysler, Jeep, Dodge) zu sanieren. Der US-Automarkt ist ein Problemfeld, einerseits schwindet die Nachfrage, andererseits drängen Hersteller aus Fernost und Europa in die Domäne der ehemaligen Big Three, wie die einst marktbeherrschenden US-Produzenten GM, Ford, Chrysler genannt werden.

Cerberus (Chef ist der republikanische Ex-US-Finanzminister John Snow), unter Druck der Finanzkrise, muss zusammenbringen, was Daimler nicht geschafft hat. In der Branche wird die Komplettübernahme der Anteile freilich bereits als Indiz dafür gewertet, dass der Wächter des Hades frühzeitig abspringt, um Verluste zu minimieren und doch einem Autokonzern die Schwerarbeit überlässt. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27./28.9.2008)

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