Gründer und Vorsitzender von "Reporter ohne Grenzen" zurückgetreten

26. September 2008, 17:06
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Robert Ménard will "etwas anderes machen" - Nachfolger ist Jean-François Julliard

Der Gründer und Vorsitzende der Organisation "Reporter ohne Grenzen" (RSF) tritt zurück. Er werde sein Amt am kommenden Dienstag niederlegen, um nun "etwas anderes zu machen", kündigte Robert Ménard (55) an. Der Franzose hatte die Organisation, die sich für Pressefreiheit und gegen die Unterdrückung von Journalisten weltweit einsetzt, vor 23 Jahren im südfranzösischen Montpellier gegründet. Sein Nachfolger wird Jean-François Julliard (35), der seit 1998 bei RSF arbeitet. "Reporter ohne Grenzen" hat heute ein Netzwerk aus rund 120 Mitarbeitern.

Ménard und seine Mitstreiter von RSF hatten zuletzt anlässlich der Olympischen Spiele mit Protesten gegen die Unterdrückung der Pressefreiheit in China für Aufsehen gesorgt. Beim Eintreffen der Olympischen Flamme in Paris kletterten Aktivisten der Organisation im April über siebzig Meter am Eiffelturm hoch und rollten ein schwarzes Banner aus, das die Olympischen Ringe in Form von Handschellen zeigte. Diese Aktion sorgte für eine ernste Verstimmung zwischen Frankreich und China. Bereits beim Entfachen der Flamme in Griechenland hatte Ménard mit anderen RSF-Aktivisten an einer Protestveranstaltung teilgenommen und zum Boykott der Spiele in Peking aufgerufen. (APA)

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