Bruder des Innenministers verhaftet

26. September 2008, 16:52
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Guillermo Valencia werden illegaler Bereicherung und Kontakte zu Drogenhändlern sowie Paramilitärs vorgeworfen

Bogotá  - Der frühere Oberstaatsanwalt von Medellín, Guillermo Valencia, wurde am Donnerstag wegen des Vorwurfs der illegalen Bereicherung und wegen Kontakten zu Drogenbanden und rechten Paramilitärs verhaftet. Guillermo Valencia, ein Bruder des kolumbianischen Innenministers Fabio Valencia, bestreitet die Vorwürfe. Mitschnitte von Telefongesprächen belasteten ihn aber schwer, hieß es.

Frauenrechtlerin ermordet

Die bekannte Frauenrechtlerin Olga Marina Vergara wurde zusammen mit mehreren Angehörigen ermordet. Unbekannte töteten die Aktivistin,  ihren Sohn, ihre Schwiegertochter und ihren fünfjährigen Enkel in der Stadt Medellín. Die Täter seien in die Wohnung eingedrungen und hätten die Frauenrechtlerin und ihre Angehörigen erschossen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Warum die Frau umgebracht wurde, war zunächst unklar. Vergara war ein führendes Mitglied der regierungsunabhängigen Organisation "Friedlicher Weg der Frauen" (Ruta Pacífica de las Mujeres).

23 Leichen gefunden

Unterdessen ist das kolumbianische Militär nach dem Fund von 23 Leichen im Norden des Landes unter Verdacht geraten. Die Justiz schließe nicht aus, dass die Männer von Soldaten hingerichtet wurden, um Erfolge im Kampf gegen die Rebellen vorzutäuschen, berichteten nationale Medien. Die Leichen waren in der Provinz Norte de Santander in namenlosen Gräbern verscharrt worden. Das Militär beharrte auf seiner Version, bei den Toten habe es sich um Mitglieder bewaffneter Banden gehandelt, die bei Gefechten mit dem Militär getötet worden seien.

Aber sogar Verteidigungsminister Juan Manuel Santos äußerte Zweifel. "Es ist auffällig, dass in allen Fällen nur ein oder zwei Tage zwischen dem Verschwinden der Männer in Bogotá und ihrem Tod bei Kämpfen im weit entfernten Norden liegen", sagte er. Medien schlossen nicht aus, dass es sich um Fälle illegaler Tötungen durch das Militär handeln könnte. Solche Fälle waren schon in früheren Jahren aktenkundig geworden. Dabei hatten Soldaten unbeteiligte Bewohner von Armenvierteln erschossen und als getötete Rebellen ausgegeben. (APA/dpa)

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