So: Pacult mit Zynismus gegen Sturm

26. September 2008, 12:42
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Pacult: "Sturm hat viele junge Leute wie Haas, Muratovic, Schicklgruber" - Foda: "Rapid haushoher Favorit"

Wien - Bei Rapid Wien ist vor dem Heimspiel am Sonntag gegen Sturm Graz Wiedergutmachung angesagt. Die Hütteldorfer wollen sich in der 11. Bundesliga-Runde im Hanappi-Stadion für die bescheidenen Vorstellungen gegen Ried rehabilitieren und weiter im Rennen um die am Mittwoch an die Austria verlorene Tabellenführung mitmischen.

Ried-Spiele als Fingerzeig

Trainer Peter Pacult hat aus den beiden Duellen mit den Innviertlern, in denen nur ein Punkt herausschaute, seine Lehren gezogen. "Vielleicht waren diese zwei Spiele ein Fingerzeig, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir jeden Gegner schlagen", vermutete der 48-Jährige.

Für die aktuellen Probleme im Spiel nach vorne hat Pacult eine Erklärung gefunden. "Die zweiwöchige Länderspiel-Pause hat uns nicht gut getan, dadurch ist die Spannung verloren gegangen. Wir müssen jetzt wieder die Lockerheit und das Selbstvertrauen bekommen", forderte der Trainer, der noch um den Einsatz des an einer Muskelverhärtung im Oberschenkel laborierenden Branko Boskovic bangt.

"Spielstil auf jeden Fall nicht ändern"

Dass es zur Gewohnheit werden könnte, im Hanappi-Stadion gegen äußerst defensiv eingestellte Mannschaften antreten zu müssen, sieht Pacult gelassen. "Rapid hat es sich in den vergangenen zwei Jahren hart erarbeitet, dass bei den Gegnern der Respekt wieder groß ist, wenn sie ins Hanappi-Stadion kommen. Wir werden unseren offensiven Spielstil auf jeden Fall nicht ändern", versprach der Betreuer, dessen Truppe vor eigenem Publikum seit dem 1. Dezember des Vorjahres (1:3 gegen Salzburg) in zwölf Liga-Heimspielen (zehn Siege, zwei Remis) ungeschlagen ist.

Vor dem Gegner zeigte Pacult Respekt. "Sturm ist eine Mannschaft, die schnell umschaltet und einen guten Fußball spielt." Es folgte ein zynischer Nachsatz. "Und Sturm hat viele junge Leute wie Haas, Muratovic, Schicklgruber (Anm.: Sturm-Coach Franco Foda ließ offen, ob der Goalie-Routinier oder Kobras spielen wird) oder Hlinka."

Foda kontert

Foda zeigte für diese Aussage wenig Verständnis. "Man braucht auch drei, vier erfahrene Spieler. Er soll einmal schauen, wie viele Junge wir insgesamt im Kader haben", sagte der Deutsche, der Rapid als "haushohen Favoriten" bezeichnete. "Auch wenn es gegen Ried nicht so gut gelaufen ist wissen wir, dass Rapid sehr stark ist und nach Salzburg den zweitbesten Kader hat."

Für die Grazer, die am 15. September mit einem 5:1-Triumph in Wien-Hütteldorf den Grün-Weißen die erste Heim-Niederlage nach 22 Partien zufügten, geht es nach zuletzt nur einem Punkt aus drei Spielen und dem dadurch bedingten Rückfall auf Rang sechs darum, den Anschluss an die Tabellenspitze zu halten. "Aber unser Ziel ist nicht, Erster oder Zweiter zu werden, weil das aufgrund unserer Voraussetzungen unmöglich ist", betonte Foda.

Wie erfolgreich ein Abwehr-Beton gegen Rapid sein kann, hat der Sturm-Coach registriert - die Übernahme der Ried-Taktik ist aber wohl nicht zu erwarten. "Wir werden an unserem Konzept festhalten", versprach Foda.(APA)

SK Rapid Wien - SK Sturm Graz (Hanappi-Stadion, 16.00 Uhr/live ORF1, SR Schörgenhofer). Ergebnis 2008/09: 1:3 (a). 2007/08: 0:1 (a), 1:5 (a), 2:0 (a), 2:1 (h)

Rapid: Hedl - Thonhofer, Tokic, Patocka, Katzer - Hofmann, Heikkinen, Boskovic/Kavlak, Kavlak/Drazan - Maierhofer, Hoffer

Ersatz: Lukse - Hiden, Eder, Kulovits, Ketelaer, Jelavic

Es fehlen: Dober (gesperrt), G. Koch (verletzt), Payer (erkrankt)

Fraglich: Boskovic (Muskelverhärtung)

Sturm: Kobras/Schicklgruber - Schaschiaschwili, Feldhofer, Sonnleitner, Kandelaki - Hölzl, Kienzl, Hlinka, Beichler - Muratovic, Haas

Ersatz: Schicklgruber/Kobras - Kröpfl, Sereinig, S. Foda, Jantscher, Stankovic

Es fehlen: Gratzei (rekonvaleszent), Lamotte (Innenbandzerrung im Knie)

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