"Women Leaders": Frauen als politisch bedeutsamste Macht der Zukunft

26. September 2008, 12:31
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Netzwerk will mehr Frauen in internationale Führungspositionen und in Friedensarbeit bringen - Außenministerin Plassnik schlägt neue Initiativen beim Treffen in New York vor

New York - Bei der Durchführung von Friedensmissionen müsse besonderes Augenmerk auf die Situation von Frauen gelegt werden. Diese Forderung stellte Österreichs Außenministerin Ursula Plassnik bei einem Treffen des Women Leaders Netzwerks, das am Rande der UNO-Generalversammlung diese Woche in New York stattfand.

Checkliste für UNO

"Die gleichberechtigte Einbeziehung von Frauen in politische Entscheidungen und in die Friedensarbeit muss im 21. Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit sein", sagte Plassnik laut einer Aussendung des Außenministeriums vom Freitag.

"Bereits während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft haben wir eine Checkliste erarbeitet, die sicherstellt, dass frauenspezifische Anliegen in der Vorbereitung und Durchführung von EU-Friedensmissionen entsprechend einbezogen werden. Mein Angebot ist, dieses Modell auch für die Friedensarbeit der UNO und für Missionen anderer regionaler Organisationen wie der NATO-Partnerschaft für den Frieden oder der Afrikanischen Union zu nutzen", so Plassnik. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmerinnen der Konferenz wolle sie diesen Vorschlag UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon unterbreiten.

"Politische Macht im 21. Jahrhundert"

Als weiteres Anliegen formulierte Plassnik die Unterstützung regionaler Netzwerke von Frauen in Afrika und im Nahen Osten. Auch das Wiener Treffen von kosovarischen und serbischen Frauen letzten November habe wichtige Impulse gegeben, "die wir fortsetzen wollen, sobald es die Umstände in der Region erlauben", so die Außenministerin, die in diesem Zusammenhang ihren Vorschlag erneuerte, eines der nächsten Treffen des internationalen Frauennetzwerks im Nahen Osten zu veranstalten: "Die Stimmen der Frauen müssen auch im Dialog der Kulturen und Religionen besser gehört werden." Denn dass "Frauen die politisch bedeutsamste Macht der Zukunft im 21. Jahrhundert" seien, habe das Women Leaders Treffen wieder gezeigt.

Die Außenministerin verwies auf bisherige Erfolge des Women Leaders Netzwerks: "Seit den Empfehlungen unseres Wiener Treffens im Mai 2007 hat UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon sechs Frauen zu Sonderbeauftragten der UNO für Konfliktregionen und Friedensprozesse ernannt." Sie verwies außerdem auf die oberste Juristin der UNO, Patricia O'Brien und die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navanethem Pillay, als Beispiele für Frauen in Führungspositionen bei internationalen Organisationen. Plassnik appellierte, trotz der Erfolge dürften Frauen in ihren Bemühungen nicht nachlassen, es gebe noch viel zu tun.

Nun gelte es, den mit dem Netzwerk begonnenen Prozess auch nach dem Ende der Amtszeit von Condoleezza Rice zu institutionalisieren. Plassnik hat sich daher bereit erklärt, das nächste Treffen auf Ebene der Außenministerinnen zu veranstalten.

Hochkarätige Politikerinnen diesmal dabei

Am Treffen des Women Leaders Netzwerks, das auf Einladung von US-Außenministerin Condoleezza Rice stattgefunden hatte, nahmen neben Plassnik erstmals vier Präsidentinnen - die Finnin Tarja Halonen, die Liberianerin Ellen Johnson-Sirleaf, die Chilenin Michelle Bachelet und die Philippinin Maria Gloria Macapagal-Arroyo - sowie 23 Außenministerinnen, die Parlamentspräsidentinnen von Israel und Pakistan und zehn weitere Ministerinnen aus Europa, Afrika, Lateinamerika und dem Nahen Osten teil. (APA/red)

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    Foto: APA/HOPI-MEDIA/Bernhard J. Holzner

    Die gleichberechtigte Einbeziehung von Frauen in politische Entscheidungen und in die Friedensarbeit müsse "im 21. Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit sein", so Österreichs Außenministerin Plassnik in New York.

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