Slowenien: Krsko-Eigentümer will zweiten Block beantragen

26. September 2008, 11:42
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Er soll 2017 in Betrieb gehen

Laibach/Krsko - Die Pläne für den Bau eines zweiten Atomkraftwerks in Slowenien scheinen wieder konkreter zu werden. Das Unternehmen Gen Energija, Eigentümer der slowenischen Hälfte des AKW Krsko, wird bis zum Jahresende beim Wirtschaftsministerium eine sogenannte Energiegenehmigung für den Bau des zweiten Reaktorblocks in Krsko beantragen. Das kündigte der Unternehmens-Chef Martin Novsak gegenüber der Tageszeitung "Dnevnik" an.

Der Investitionswert für den zweiten Reaktorblock soll zwischen zwei und 2,5 Mrd. Euro betragen. Er soll mit einer Leistung zwischen 1200 und 1500 Megawatt östlich des bestehenden Atomkraftwerks gebaut werden. Bis Jahresende soll eine Studie über die Tauglichkeit des Standorts fertiggestellt werden. Novsak sagte, dass Gen Energija den Bau selbst finanzieren kann - im nationalen Energieplan bis 2023 ist die Möglichkeit einer öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP) vorgesehen.

Laut dem nationalen Energieplan würde der Bau im Jahr 2013 beginnen, vier Jahre später sollte der zweite Reaktorblock in den Betrieb genommen werden. Die Lebensdauer des bestehenden AKW in Krsko läuft 2023 aus, der Wirtschaftsminister Andrej Vizjak kündigte vor kurzem eine Studie an, die eine mögliche Verlängerung des Betriebs bis 2043 prüfen sollte.

Energiegenehmigung

Eine Energiegenehmigung ist ein "politisches Dokument", der die Grundlage für alle anderen Genehmigungen darstellt, erklärte ein Branchenkenner gegenüber "Dnevnik". Mit dieser Genehmigung schreibt das Wirtschaftsministerium unter anderen den Standort und die Art der Anlage sowie die Bedingungen im Zusammenhang mit der Sicherheit und dem Betriebsende der Anlage vor.

Das Anfang der 1980er Jahre mit westlicher Technologie errichtete Krsko ist bei Atomgegnern vor allem deswegen umstritten, weil es auf einer Erdbebenlinie liegen soll. Anfang Juni löste die EU-Kommission nach dem Austritt von Kühlwasser im AKW-Kühlsystem einen europaweiten Alarm aus, der sich jedoch bald schon als übertrieben herausstellte. Die EU-Kommission lobte damals die Transparenz der slowenischen Atombehörden. In Österreich reagierte man jedoch verstimmt, weil die Laibacher Atomsicherheitsbehörde in ihrer Zwischenfallsmeldung irrtümlich von einer "Übung" berichtet hatte. (APA)

 

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