Industrie baut weitere Mitarbeiter ab

26. September 2008, 19:43
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Schwacher Auftragsbestand und rigidere Kreditvergabe im Zuge der US-Finanzmarktkrise - Druckmaschinenproduzent Koenig & Bauer bestätigte Probleme

Wien - Nach einer Gewinnwarnung hat der deutsche Druckmaschinenhersteller Koenig &Bauer (KBA) mitgeteilt, dass er im Zuge einer Neuausrichtung Personalmaßnahmen setzen muss. Betroffen sind - neben den Werken in Sachsen und Tschechien - auch die österreichischen Fertigungen in Mödling und Ternitz, wo insgesamt 800 Mitarbeiter werken. Über alle drei Länder verteilt, könne Jobabbau und Kurzarbeit mehrere hundert Mitarbeiter umfassen, so die Firmenleitung in Würzburg. Die KBA ist der weltweit drittgrößte Druckmaschinenhersteller; Werksschließungen werde es nicht geben.

Eine solche ist derzeit bei dem Schweizer Rolltreppen- und Aufzughersteller Schindler im Gange. Mit September stellte das Unternehmen seine Rolltreppenproduktion in Wien ein. Von der Schließung sind bis zu 150 Mitarbeiter betroffen. Auch das Aufzugswerk von Thyssen-Krupp in Gratkorn könnte bereits Ende des Jahres geschlossen werden. Die Belegschaft von ursprünglich 300 Mitarbeitern sei bereits um 50 vermindert worden, so eine Aussendung der KPÖ.

Battenfeld, Glanzstoff, Magna Steyr

Geschlossen wird, wie berichtet, auch die St. Pöltener Glanzstoff, und zwar bis Ende 2008. Als Grund gibt die Firmenleitung an, dass die Behördenvorgaben zu Emissionswerten nach dem Brand vom Jänner technisch-wirtschaftlich nicht umsetzbar seien.

Nicht gerettet werden konnte der Kunststoffmaschinenhersteller Battenfeld (470 Mitarbeiter) in Kottingbrunn; zusammen mit der Grazer CMB Maschinenbau, die zu den größten Insolvenzen des heurigen Jahres zählt, so der Kreditschutzverband von 1870.

Einen Fall für die Gründung von Arbeitsstiftungen gab es bei Magna Steyr. Der Automobilzulieferer hatte Auftragslücken verbucht, weshalb alleine bei den Stammarbeitern 350 Jobs gestrichen werden; das Leihpersonal wurde schon davor freigestellt.
In Vorarlberg ging zuletzt das traditionsreiche Textilwerk F.M. Hämmerle mit 312 Mitarbeitern in Konkurs. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27./28.9.2008)

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