Archäologen: Schweizer Vorfahren aßen womöglich Menschenfleisch

26. September 2008, 11:28
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Forscher finden in der Nähe von Lausanne verstümmelte Leichen aus Helvetier-Zeit und damit Hinweise auf Kannibalismus

Genf - Haben sich Mitglieder des keltischen Volksstamms der Helvetier ab und zu ein Stück Menschenfleisch genehmigt? Nach dem Fund von mehr als 2000 Jahre alten sterblichen Überresten glauben die Wissenschaftler, dass dies tatsächlich geschehen ist. Archäologen fanden an er Ausgrabungsstätte Mormont in der Nähe von Lausanne zwei Leichen von Erwachsenen, die Anzeichen von Kannibalismus aufwiesen.

Die Leichen seien verstümmelt gewesen, die Knochen angebrannt. "Wir nehmen an, dass sie gebraten und gegessen wurden", sagte ein Archäologe. "Auf jeden Fall wurden sie wie Tiere behandelt."

Der Chefarchäologe des Kantons Waadt, Denis Weidmann, sagte, es sei noch zu früh, um Schlüsse zu ziehen. Es sei aber möglich, dass Angehörige des keltischen Volksstamms der Helvetier auch Menschenfleisch zu sich genommen hätten.

"Barbarische" Praktiken

Der römische Feldherr Julius Cäsar habe in seinen Büchern über den "Gallischen Krieg" bereits "barbarische" Praktiken der keltischen Stämme beschrieben. Bisher seien aber noch keine archäologischen Beweise für Kannibalismus bei dem Helvetiern gefunden worden, sagte Weidmann weiter.

Seit 2006 wurden bei den Ausgrabungen in Mormont mehr als 250 Grabstätten mit den sterblichen Überresten von Menschen und Tieren entdeckt. Der Ort galt als eines der größten Heiligtümer der Kelten. (APA/red)

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