Uni-RätInnen ist "egal, wo das Geld herkommt"

26. September 2008, 12:32
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Kothbauer (Uni Wien) will neue Studien- Eingangsphase: "Aber ohne Knock-Out-Prüfungen" - Kickinger (WU Wien) hat keine "Pro- oder Kontra-Meinung"

"Das Geld kommt nicht mit einem Mascherl." Viktoria Kickinger, Uni-Rätin der Wirtschaftsuniversität Wien, kann die Aufregung um die Abschaffung der Studiengebühren nicht verstehen. "Wo das Geld herkommt, ist doch nicht so wichtig", sagt sie im Gespräch mit derStandard.at. Damit sieht sie die Sache gelassener als Karl Korinek, der gestern aus Protest den Uni-Rat der Universität Salzburg verlassen hat. Sie selbst habe keine "Pro- oder Kontra-Meinung" zu den Studiengebühren.

Max Kothbauer, Vorsitzender des Uni-Rates der Universität Wien, versteht zwar, dass sich Korinek Sorgen um die Finanzierung macht, hält diese aber für unberechtigt: "In der Parlamentssitzung wurde ja auch eine Budgeterhöhung für die Unis beschlossen." Der Bund habe das Recht, mehr Studierende zu fordern. Gleichzeitig hätten auch die Universitäten das Recht, das nötige Geld zu verlangen. Ähnlich sieht das Kickinger: "Damit wir zu den besten gehören, müssen wir den Studierenden die beste Ausbildung bieten. Und das kommt schließlich auch dem Staat zugute."

Neue Studieneingangsphasen

Die Argumente, dass die Abschaffung der Studiengebühren dem Reformprozess der Unis schaden könnte, findet Kothbauer lächerlich: "Ich kann es nicht verstehen, wenn die ÖVP sagt, das ist unsozial und die ganzen Erfolge sind weg." Eine ideologische Diskussion hält er für unangebracht, es sei egal, woher man das Geld erhalte.

Die beschlossene Maßnahme bringe auch eine Umstrukturierung mit sich. Der Wiener Uni-Rat stellt sich eine neue Studieneingangsphase vor, in der die StudienanfängerInnen die Anforderungen der Unis kennenlernen, etwa in Form von Prüfungen in der Inskriptionsfrist. "Allerdings soll jeder, der die Anforderungen erfüllt, auch einen Studienplatz bekommen - also keine Knock-Out-Prüfungen", erklärt Kothbauer.

Den Rücktritt von Korinek wollen beide nicht direkt kommentieren. Kickinger hält fest, dass sie ihre Rolle als Uni-Rätin sehr ernst nehme und auch nicht leichtfertig aufgeben werde. Kothbauer bedauert Korineks Rücktritt: "Ich finde, er hat sehr gut in diese Position gepasst." (lis/derStandard.at, 26. September 2008)

 

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    Es gibt keine einheitliche Meinung zu den Studiengebühren, sagen Uni-RätInnen.

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