China nimmt Melamin-verseuchte Bonbons aus den Regalen

26. September 2008, 07:44
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Marke "White Rabbit" auch im Ausland vertrieben - Weltgesundheitsorganisation: Vertuschung verschärfte Krise

Peking - Ein chinesischer Hersteller hat am Freitag den Verkauf einer bekannten Bonbon-Marke gestoppt, weil die Süßigkeiten mit Melamin belastet sind. Die Firma Guanshengyuan erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua, der Export der traditionsreichen Marke "White Rabbit" sei ebenso eingestellt wie der Verkauf im Inland. In den Bonbons seien Spuren der gesundheitsschädigenden Chemikalie Melamin gefunden worden.

Durch Melamin, mit dem ein höherer Eiweißgehalt des Produkts vorgetäuscht werden soll, starben in China bereits vier Säuglinge, mehr als 53.000 Babys mussten wegen Krankheitssymptomen behandelt werden. 13.000 Kinder sind noch in Spitalsbehandlung.

Kritik der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisierte indes die Vertuschung lokaler Behörden im Umgang mit dem Skandal um verseuchtes Milchpulver in China. Dadurch habe sich die Krise noch verschärft, wie der WHO-Vertreter in Peking, Hans Troedsson, am Freitag auf einer Pressekonferenz beklagte. Es habe Verzögerungen an mehreren Stellen gegeben, die vermutlich auf "eine Kombination von Ignoranz und absichtlichem Zurückhalten von Berichten" zurückzuführen seien. Troedsson sprach von "schwerwiegenden Vorkommnissen". Wenn Informationen sofort weitergegeben worden wären, hätte es nicht Erkrankungen in diesem Ausmaße gegeben. Troedsson hob aber hervor, dass die Zentralregierung angemessen mit dem Skandal umgegangen sei. (APA/AFP/dpa)

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