Zwischen Teilerfolgen und drohendem Scheitern

27. September 2008, 10:32
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Zwischenbilanz zur Umsetzung der acht UNO-Millenniumsziele - Halbierung der Armut bis 2015 hält UNO weiterhin für möglich

New York - Im Jahr 2000 haben Staats- und Regierungschefs aus aller Welt auf dem Millenniumsgipfel der Vereinten Nationen eine Reihe ehrgeiziger Ziele für die Entwicklung der armen Länder beschlossen, die bis zum Jahr 2015 umgesetzt werden sollen. Am Donnerstag hat ein Sondergipfel der UNO in New York eine Zwischenbilanz zum Stand der Umsetzung der acht Ziele abgehalten und dabei weitere 16 Milliarden Dollar (10,88 Mrd. Euro) für die Projekte angeworben. Es folgt ein Überblick über die Ziele sowie die bisherigen Erfolge und Versäumnisse bei ihrer Verwirklichung:

Armut: Die Zahl der extrem armen Menschen, die von weniger als einem Dollar am Tag leben, soll bis 2015 halbiert werden. Die UNO hält die Umsetzung dieses Ziels für möglich, weist aber auf die ungleichmäßige Entwicklung hin: In Asien sinkt die Zahl der Armen, in Afrika steigt sie. Derzeit leben 1,4 Milliarden Menschen in extremer Armut.

Bildung: Alle Buben und Mädchen sollen mindestens eine Grundschulausbildung erhalten. Inzwischen tun dies 90 Prozent aller Kinder, die UNO sieht die Erreichung des Ziels in greifbarer Nähe. Der Gipfel stellte 4,5 Milliarden Dollar bereit, um bis 2010 weltweit 24 Millionen Kindern mehr als bisher Zugang zu Schulen zu verschaffen.

Gleichberechtigung: Die Benachteiligung von Mädchen in der Ausbildung soll beseitigt werden. Hier besteht Nachholbedarf: In Entwicklungsländern gehen immer noch mehr Buben als Mädchen zur Schule.

Mutterschaft: Die Zahl der Mütter, die während Schwangerschaft oder Geburt sterben, soll bis 2015 um drei Viertel sinken. Bei diesem Ziel sieht die UNO die Gefahr des Scheiterns: Noch immer sterben jährlich 500.000 Mütter an derartigen Komplikationen, die Zahl hat sich seit 2000 nicht wesentlich verringert.

Kindersterblichkeit: Die Sterberate von Kindern unter fünf Jahren soll um zwei Drittel sinken. Hier sieht die UNO Teilerfolge: So sank etwa die Zahl der an Masern gestorbenen Kinder um ein Drittel, 80 Prozent sind in den armen Ländern geimpft. Der Gipfel stellte für Projekte gegen Kinder- und Müttersterblichkeit bis 2015 weitere sieben Milliarden Dollar in Aussicht.

Krankheitsbekämpfung: Die Ausbreitung von Aids soll gestoppt werden, Krankheiten wie Malaria sollen ausgerottet werden. Hier sieht die UNO Nachholbedarf: Bei dem Gipfel in New York am Rande der UNO-Vollversammlung wurden drei Milliarden Dollar zusätzlich zur Malaria-Bekämpfung zur Verfügung gestellt.

Lebensbedingungen: Die Zahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser soll halbiert, das Leben von 100 Millionen Slum-Bewohnern soll verbessert werden. Die UNO sieht dieses Ziel ernsthaft in Gefahr: Die Hälfte der Menschen in den armen Ländern haben keine angemessenen Sanitäranlagen.

Globale Entwicklungspartnerschaft: Zölle für Waren aus armen Ländern sollen fallen, den Ärmsten soll der Zugang zum internationalen Handels- und Finanzsystem erleichtert werden. Die UNO beklagt dass immer noch nur 79 Prozent zollfrei in die reichen Länder eingeführt werden dürfen. (APA)

 

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    Die Uno hat Ziele formuliert, um die Lage der armen Menschen auf der Welt zu verbessern. Unter anderem will sie Malaria bekämpfen und bis in zwei Jahren mehr als 20 Millionen Kinder einschulen.

    Foto: "Zwei Welten" in Manila.

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