Das gefährliche Leben als Hausherr

25. September 2008, 19:13
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Vom haushohen Favoriten Opal Viking im Hunyady-Memorial

Wien - Warum ein erfolgreiches Trainingsmuster ändern? Dachte wohl der 48-jährige schwedische Amateur-Trainer Nils Enqvist, als er sich entschied, seinen achtjährigen Hengst Opal Viking am Sonntag im Hunyady-Memorial (35.000 Euro, 2300 Meter) in der Wiener Krieau aufzubieten. Denn der Siegpreis von 16.000 Euro ist ein Klacks im Vergleich zu den Summen, um die Opal Viking normalerweise startet, und die sein Gewinnkonto auf 1,5 Millionen aufgefettet haben. Immerhin begann er mit seinem Sieg im vorjährigen Hunyady eine tolle Serie, die als Höhepunkte den zweiten Platz im Prix d'Amerique und den Sieg im Criterium de Vitesse aufweist.

Im Sommer gab Enqvist dem dunkelbraunen Klasse-Traber Pause. Doch zuletzt zeigte der mit einem vierten Platz in Bergsaker in 1:11,9 über 2140 Meter, dass er wieder gut drauf ist. Fahrer ist erneut der dreifache Hunyady-Sieger Jorma Kontio, ein Finne. Das Rennen in Wien sollte also ein Spaziergang für den haushohen Favoriten Opal Viking werden. Eine alte (Turf-)Weisheit besagt allerdings: "Es san scho Hausherrn g'storb'n." Also bemühen sich um das Favoriten-Begräbnis der US-Hengst Amour Ami (Johny Takter), der zuletzt in Frankreich gute Figur machte, der mit Sieg-Form anreisende Franzose Lupin de L'Odon (Anders Lindqvist) und Gustav Diamant (Gerd Biendl). Einziger heimischer Vertreter ist Ryan's Patrik mit Gerhard Mayr.

Gefeiert wird in der Krieau jedenfalls die neue Amateur-Europameisterin, die 32-jährige Innviertlerin Gundula Bauer. Ihr Erfolg in Schweden war umso erstaunlicher, als sie in den vier Rennen jeweils krasse Außenseiter zu steuern hatte, aber einmal gewann (Toto 229:10) und mit einer 624:10-Chance Zweite wurde. Ein Beleg für den Hausherrn-Spruch. (Nikolaus Dolenz; DER STANDARD Printausgabe 26. September 2008)

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