Adamovich für neue Ermittlungen

25. September 2008, 20:05
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Der ehemalige Präsident des Verwaltungsgerichtshofs hat den Eindruck, "dass sich wieder etwas bewegen wird"

Wien - Gerüchte über Fotos oder gar einen Videofilm, der Missbrauchsszenen mit Natascha Kampusch zeigen soll, gebe es zuhauf. Doch: Persönlich gesehen habe diese Aufnahmen noch keine einzige jener Personen, die davon sprechen: So reagiert Gerald Ganzger, Anwalt des ehemaligen Entführungsopfers, auf neuerliche Berichte über untersuchungswürdige Umstände rund um die Kriminalaffäre.

Am Donnerstag hatte der Leiter der Kampusch-Evaluierungskommission, Exverwaltungsgerichtshofspräsident Ludwig Adamamovich, in einem Zeitungsinterview "starke Indizien für einen sexuellen Missbrauch - jedenfalls vor der Entführung" der jungen Wienerin erwähnt: Diesbezügliche Verdachtsmomente hatten sich bisher hauptsächlich auf ein Familienfoto gestützt, das Kampusch als Kind vor ihrer Entführung auf leicht voyeuristische Art abbildet.
Auch ist laut Adamovich weiterhin unklar, ob es neben dem Entführer Wolfgang Priklopil noch andere Täter gegeben habe: Kampusch hat dies bisher klar dementiert.

Ministerium prüft

Er habe den Eindruck, "dass sich wieder etwas bewegen wird" , wird der Kommissionsleiter zitiert. Doch bei der Oberstaatsanwaltschaft Wien ist von Werner Pleischl lediglich zu erfahren, "dass unser Vorhabensbericht in Sachen Kampusch derzeit im Justizministerium geprüft wird" . Und im Ministerium wird auf "in ein paar Wochen" verwiesen. Mit Natascha Kampusch zumindest habe seit Veröffentlichung des Kommissionsberichts kein Behördenvertreter gesprochen, sagt Ganzger. (Irene Brickner, DER STANDARD - Printausgabe, 26. September 2008)

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