Kärntner Spitalsholding: Außer Spesen nichts gewesen

25. September 2008, 19:00
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Der fristlos entlassene Vorstand der Kärntner Spitalsholding Kabeg, Dieter Mandl, hinterlässt horrende Kosten für Gutachter, Berater und Wirtschaftsprüfer

Zahlen muss dies alles der Steuerzahler.

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Klagenfurt - Die Kurzzeit-Ära des abberufenen Vorstands der Kärntner Spitalsholding (Kabeg), Dieter Mandl, wird für die Steuerzahler sehr teuer werden. In den acht Wochen seiner Tätigkeit hat der BZÖ-nahe Mandl nicht nur das Direktorium des Landeskrankenhauses Klagenfurt über Nacht abberufen und damit erhebliche Unruhe in den Spitalsbetrieb gebracht, sondern auch unnötig hohe Kosten verursacht.

Denn Mandl hat Wirtschaftsprüfer und Rechtsberater konsultiert, um insbesondere dem geschassten kaufmännischen Direktor des LKH- Klagenfurt, Herwig Wetzlinger, Verfehlungen wie etwa Bilanzfälschung nachweisen zu können. Gefunden haben die privaten Prüfer zwar nichts Relevantes, dafür wird die Kabeg jetzt mit deren Rechnungen konfrontiert.

Allein für die Prüfung und Rechtsberatung im LKH Klagenfurt wurden 167.160 Euro in Rechnung gestellt. Dazu kommen Rechtsberatungskosten für die Kabeg von 34.854 Euro. Die Arge Wirtschaftsprüfer verlangt im Rahmen der von Mandl geforderten Sonderprüfung des LKH-Klagenfurt satte 118.200 Euro. Dazu kommen noch 55.800 Euro plus weitere 30.044 Euro für die Rechtsberatung der Kabeg durch die Kanzlei Kleinszig & Puswald. Deren Aufgabe war es, die Dienstfreistellung und Abberufung der LKH-Direktoren zu begründen, Vorarbeiten für eine Kabeg-Aufsichtsratssitzung zu leisten sowie die Sonderprüfung zu begleiten, die letztlich doch keine strafrechtlichen Ergebnisse für die überfallsartig abberufenen Direktoren brachte.

Auch der internen Revision des Landeskrankenhauses musste offenbar eine externe Wirtschaftsprüfungskanzlei auf die Sprünge helfen: Dafür kassierte die Kanzlei Rossbacher & Partner 28.014 Euro.

Mandl schien auch der hauseigenen Pressestelle und einem bereits seit Jahren um weitaus weniger Geld arbeitenden Medienberater nicht getraut zu haben. So engagierte er die Werbeagentur Mehrwert um 33.380 Euro und zusätzlich einen persönlichen PR-Berater.

Eine erste Zwischensichtung des Standard ergab Gesamtkosten für Gutachten und Beratung Mandls von 256.438 Euro. Dabei sind allerdings noch Rechnungen ausständig. Sie betreffen weitere Gutachten, die Mandl mündlich bei ehemaligen Professoren-Kollegen von der Universität Graz mündlich bestellt hat.

Der bekennende Burschenschafter Dieter Mandl wurde Anfang Juni zum Nachfolger des ehemaligen Arbeiterkämmerers Franz Sonnberger bestellt. Nach seiner brachialen Vorgangsweise um die Direktoren-Abberufungen verlor Mandl sehr schnell das Vertrauen von SPÖ und ÖVP. In der letzten Kabeg-Aufsichtratssitzung vom 18. September wurde er fristlos seines Postens enthoben. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD - Printausgabe, 26. September 2008)

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