Lebensmittelkeime stammen oft aus der Tierzucht

27. September 2008, 16:49
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Untersuchung von US- und britischen Forschern: Sorgfältige Umsetzung von Hygienemaßnahmen könnte Zahl der Infektionen senken

San Francisco - Verseuchtes Rind- und Geflügelfleisch aus der Tierzucht ist die Hauptquelle für Lebensmittelvergiftungen mit dem Keim Campylobacter jejuni. Einer aktuellen Untersuchung zufolge gehen 97 Prozent aller Infektionen des Menschen auf den Umgang mit oder den Verzehr von verunreinigtem Fleisch zurück.

Die sorgfältige Umsetzung von Hygienemaßnahmen auf den Höfen und bei der Weiterverarbeitung des Fleisches könnte die Zahl der Infektionen deutlich reduzieren, schreiben Wissenschafter aus den USA und Großbritannien im Fachmagazin "PloS Genetics".

Weit verbreiteter Lebensmittelkeim

Campylobacter jejuni ist der beim Menschen am weitesten verbreitete Lebensmittelkeim. In den Industrieländern verursacht er mehr bakterielle Magen-Darm-Infekte als etwa Salmonellen, Listerien oder Escherichia coli zusammen. Allein in den USA wird die Zahl der Infektionen auf zwei bis drei Millionen pro Jahr geschätzt. Die Bakterien vermehren sich in Wild- und Haustieren, überleben aber auch im Wasser und im Boden.

Daniel Wilson von der Universität Chicago (US-Staat Illinois) und seine Mitarbeiter suchten bei insgesamt 1231 Patienten mit einer C. jejuni-Infektion nach der Herkunft der Bakterien. Dazu untersuchten sie das Erbgut der krankmachenden Keime und verglichen es mit dem von Keimen aus der Tierzucht oder der Umwelt.

97 Prozent der Keime von Rindern, Geflügel oder Schafen

97 Prozent der von ihnen untersuchten Patienten hatten sich mit einem Keim infiziert, der üblicherweise bei domestizierten Rindern, Geflügel oder Schafen nachgewiesen wird, ergab die Auswertung. Nur in drei Prozent der Fälle fanden die Wissenschafter Keime aus Wildtieren oder der Umwelt bei den Patienten. Die überwältigende Mehrheit der Infektionen gehe also auf die Tierzucht zurück, folgern die Forscher. (APA/red)

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    97 Prozent der von den Wissenschaftern untersuchten Patienten hatten sich mit einem Keim infiziert, der üblicherweise bei domestizierten Rindern, Geflügel oder Schafen nachgewiesen wird.

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