Besseres Verfahren zur Stammzell-Gewinnung entwickelt

29. September 2008, 16:16
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Gebürtiger österreichischer Wissenschafter in den USA erfolgreich - Zellen lassen sich in nahezu jeden beliebigen Typ von Körperzellen weiterentwickeln

Washington - Ausgereifte Körperzellen  lassen  sich künftig möglicherweise auch ohne die Hilfe von Viren zu Stammzellen umprogrammieren. Dies berichten US-Forscher im Fachmagazin "Science" (online vorab). Zur Umwandlung von Körperzellen in Stammzellen schleusen Forscher bisher bestimmte Gene mit Hilfe von Viren in die Zellen ein. Die Viren bauen jedoch oftmals auch ihre eigenen Gene ins Erbgut der Zelle ein und lösen damit Krebs aus.

Die Wissenschafter um den gebürtigen Österreicher Konrad Hochedlinger vom Massachusetts General Hospital Cancer Center and Center for Regenerative Medicine (Boston/US-Staat Massachusetts) verbesserten das Verfahren nun, indem sie harmlose Viren für den Transport der Gene nutzten. Die Viren verschwinden nach erfolgreicher Ablieferung der Gene nach und nach aus den Zellen.

Beinahe jeder Typ möglich

Die Herstellung von sogenannten "induzierten pluripotenten Stammzellen" (iPS-Zellen) aus ausgereiften Körperzellen ist ein noch sehr junges Verfahren der zellmedizinischen Forschung. Die Zellen können nach ihrer Umwandlung in nahezu jeden beliebigen Typ von Körperzellen weiterentwickelt werden, also etwa Hautzellen zu Herz- oder Nervenzellen. iPS-Zellen könnten damit auch eine Alternative zur Nutzung der ethischen umstrittenen embryonalen Stammzellen darstellen.

Im Tierversuch haben Forscher bereits gezeigt, dass sich tatsächlich Krankheiten wie Parkinson oder Sichelzellanämie mit Hilfe der iPS-Zellen behandeln lassen. Das Team um Hochedlinger verbesserte das Verfahren nun, indem es harmlose Adenoviren für den Transport der Umwandlungsfaktoren ­ das sind vier verschiedene Gene ­ nutzte.

Erfolgreiche Tests an Mäusen

Die Adenoviren lösten erfolgreich die Umwandlung der Körperzellen in iPS-Zellen aus, wenn auch mit etwas geringerer Effizienz als die bisher eingesetzten Viren. Dafür entwickelten Mäuse in ersten Versuchen auch keine Krebserkrankungen, nachdem sie die Zellen verabreicht bekommen hatten, berichten die Forscher. Das Verfahren erlaube damit vermutlich die Herstellung von sichereren, patienteneigenen Zellen.

Vor einer therapeutischen Anwendung müssten weitere Experimente allerdings noch bestätigen, dass die Zellen tatsächlich genauso wirkungsvoll sind wie embryonale Stammzellen. (APA/red)

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