Billig bedeutet nicht immer günstig

25. September 2008, 17:13
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Das Onlineangebot von zehn Fluglinien wurde vom ÖAMTC getestet. Billigairlines liefern demnach nicht immer automatisch die günstigeren Tickets

Fünf Billigairlines und fünf Linienairlines hat die ÖAMTC-Touristik auf ihre „Schäppchentauglichkeit" bei Onlinebuchungen getestet. Untersucht wurde dabei die Bereiche Internetbuchung (versteckte Kosten, Kundenfreundlichkeit), Gebühren, Service (Erreichbarkeit) und Gepäck (Kosten). Das mehr oder weniger überraschende Ergebnis lautet, dass nicht mehr nur Billigairlines die günstigsten Tickets bieten. Im Gesamtergebnis schneiden diese zum Teil sogar wesentlich schlechter ab als Linienairlines.

Germanwings und SkyEurope als Schlußlichter

Pro Bewertung gab es maximal fünf, insgesamt maximal 90 Punkte. Untersucht wurden airberlin, NIKI und Austrian Airlines (jeweils 70 Punkte), British Airways (67 Punkte), Lufthansa (64 Punkte), Air France (62 Punkte), KLM (61 Punkte) und TUIfly (59 Punkte) sowie Germanwings (52 Punkte) und SkyEurope (51 Punkte). airberlin und NIKI liegen vor allem im Bereich telefonische Rundum-Erreichbarkeit vorne, allerdings sind die Telefongebühren für Anrufe bei Linienairlines im Durchschnitt günstiger.

Auf den Buchungszeitpunkt kommt es an

Dass Billigairlines nicht automatisch günstig bedeutet zeigen Probebuchungen. Hier hat sich gezeigt, dass Germanwings nach London, der 14 Tage vor Abflug gebucht wurde, fast doppelt so teuer sein kann wie British Airways. Sechs Monate vor Abflug gebucht war der Flug bei British Airways immer noch um knapp 40 Euro günstiger als bei der Billigairline.

Der Buchungszeitpunkt ist wesentlich für den Ticketpreis. Ein Flug von Wien nach Berlin kostete bei einer Probebuchung durch den ÖAMTC zwei Monate vor Abflug bei NIKI 88 Euro, bei der AUA 98,29 Euro. Wenn der Flug sechs Monate vorher gebucht wird können bereits 30 Euro gespart werden. Es macht sich also auf jeden Fall bezahlt, die Sparangebote der Linienairlines nach geeigneten Flügen zu durchsuchen.

Vorsicht bei versteckten Kosten

Ganz wesentlich zur Bewertung beigetragen haben versteckte Kosten wie Buchungsgebühren, kostenpflichtiges Gepäck oder diverse Voreinstellungen für den Abschluss einer Reiseversicherung. Bearbeitungs- und Servicegebühren lassen den Preis für günstige Tickets schnell nach oben steigen. Germanwings und SkyEurope verrechnen für eingechecktes Gepäck zwischen fünf und 20 Euro. Die Kosten für Übergepäck liegen bei Lufthansa und AUA bei zehn, bei airberlin, NIKI und TUIfly bei fünf Euro pro Kilo.

Vergleichen hilft Sparen

Es lohnt sich also auf jeden Fall nicht gleich ohne zu Vergleichen bei einer Billigairline zu buchen. Unbedingt sollte auf Zusatzkosten geachtet werden, durch die günstige Tickets schnell sehr kostspielig werden können. (red)

Informationen:
ÖAMTC

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    Preise für Flugtickets können vor allem durch vesteckte Zusatzkosten schnell in die Höhe steigen.

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