Produktion wird heruntergefahren

25. September 2008, 16:10
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Das Verfahren für die Auflassung der vor der Schließung stehenden Glanzstoff Austria GmbH in St. Pölten wird eingeleitet

St. Pölten - Das Verfahren für die Auflassung der vor der Schließung stehenden Glanzstoff Austria GmbH in St. Pölten wird eingeleitet. Das hat das Magistrat St. Pölten am Donnerstag unter Hinweis darauf mitgeteilt, wonach das Unternehmen am Montag dahingehend informiert habe, dass die Produktion in der Betriebsanlage heruntergefahren werde. "Dies ist auch nachvollziehbar anhand der übermittelten Emissionsdaten."

Seitens des Rathauses wurde auch auf Paragraf 83 GewO 1994 verwiesen, der vorsehe, dass der Inhaber einer in Auflassung begriffenen Anlage der Behörde die notwendigen Vorkehrungen zur Vermeidung von Gefährdungen, Belästigungen, Beeinträchtigungen und nachteiligen Einwirkungen anzuzeigen habe. Derzeit erfolge in der Anlage ein geordnetes Beseitigen von Gefahrenpotenzialen aus dem Betrieb (Entfernen von Chemikalien, Reinigen von Leitungen etc.).

Hinsichtlich der übrigen Auflassungsmaßnahmen werde "durch die Anlageninhaberin ein Konzept ausgearbeitet, welches in Kürze an die Behörde übermittelt werden soll". Selbiges werde allfällige Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen zu enthalten haben. Ob allenfalls Altlasten in Form von Bodenverunreinigungen und Deponien vorhanden sind, könne zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, so das Magistrat. Die Erhebung von umwelttechnischem Handlungsbedarf werde Gegenstand des Auflassungsverfahrens sein.

Mitte Juli gab die Geschäftsführung der Glanzstoff das mit Jahresende geplante Aus für den Standort bekannt. Die behördlichen Auflagen nach dem Brand in der Abluftanlage im Jänner seien technisch-wirtschaftlich nicht umsetzbar, wurde der Schritt begründet. 327 Mitarbeiter (268 Arbeiter, 59 Angestellte) wurden beim AMS angemeldet. Weil die Glanzstoff nach der Wiederaufnahme des Betriebes Ende April aus Emissionsgründen nur mit 40 Prozent der Kapazität produzieren dürfe, erwirtschafte das Unternehmen einen "ruinösen Verlust von einer Million Euro pro Monat", hieß es damals. (APA)

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