Österreichs Frauenmagazine haben kaum Zukunftsangst

25. September 2008, 16:00
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Deutlich pessimistischere Stimmung in Deutschland: "Es gibt zu viele Magazine am Markt"

Deutlich optimistischer als ihre deutschen KollegInnen haben sich am Donnerstag Managerinnen der österreichischen Frauenzeitschriften gezeigt. Nahezu euphorisch blickt "Madonna"-Herausgeberin Uschi  Fellner in die Zukunft. Sie sieht noch genügend Platz für neue Frauen- und Societymagazine und glaubt, dass der Markt "noch lange nicht ausgereizt ist". Ganz anders Patricia Riekel von der deutschen "Bunte", die ein "ganz großes Zeitungs- und Zeitschriftensterben" prognostizierte.

"Ordentlicher Onlineauftritt" wichtig

"Es gibt zu viele Magazine am Markt", sagt Riekel. Immer mehr Luxuskonzerne "gehen direkt ins Internet und verkaufen dort ihre Produkte",  Zeitschriften müssten sich daher "neue Erlösmärkte erschließen". Es gelte, der eigenen Marke treuzubleiben, "wer sich weiter öffnet, verliert alles", so Riekel. "Woman"-Chefredakteurin Euke Frank ist zwar grundsätzlich zuversichtlich, geht aber davon aus, dass der Anzeigenmarkt nicht unendlich ausreizbar ist. "Nur wer die besten Produkte macht, kann am Anzeigenkuchen mitnaschen", so Frank. Wichtig sei außerdem ein zweites Standbein, nämlich "ein ordentlicher Onlineauftritt".

Vertriebs- und Anzeigenkrisen in Deutschland

"Gala"-Chefredakteur Peter Lewandowski hält die Situation in Deutschland für prekärer als in Österreich. "In Deutschland haben wir Vertriebs- und Anzeigenkrisen, die Rückgänge sind sehr gewaltig", so Lewandowski. Der österreichische Zeitschriftenmarkt sei hingegen viel "aggressiver" als der deutsche. "Hierzulande wird einfach ein Magazin nach dem anderen herausgebracht", Deutschland sei da "viel zurückhaltender".

Karen Müller, Chefredakteurin der "Wienerin" gab sich hinsichtlich der Zukunft der Magazine der Styria Medien AG "zuversichtlich": "Wir sind breit aufgestellt und sprechen verschiedene Zielgruppen an", so Müller. Mit der im Vorjahr gegründeten Zeitschrift "Compliment", die sich an über 45-Jährige richtet, habe der Verlag eine Zielgruppe erschlossen, "die bisher vergessen wurde". Die "Wienerin" gibt es ab Oktober auch im Pocketformat (mehr dazu hier).  (APA)

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