Obama Favorit deutscher Aktionäre

25. September 2008, 12:21
posten

Postbank-Studie zu Börsen-Trends unter demokratischer und republikanischer Regierung

Hamburg/Bonn - Deutsche Aktionäre bevorzugen Barack Obama als nächsten Präsidenten der USA. Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid befragte im Auftrag des "Manager-Magazin" 1.000 Kleinaktionäre nach ihren Präferenzen. Ergebnis: 72 Prozent sprachen sich für den demokratischen Kandidaten Obama aus, von dem sie sich mehr positive Impulse für die Börse erhoffen. "Nur 21 Prozent glauben, der Republikaner McCain gäbe den Aktienkursen nach einem Einzug ins Weiße Haus mehr Schub", berichtete das Magazin am Donnerstag vorab.

Die Postbank stellte eine Studie vor, in der die Entwicklung des Aktienmarktes unter jeweils demokratischer und republikanischer US-Regierung verglichen wird. "Wenn sie der Statistik glauben würden, dann müssten die US-Bürger im kommenden November den demokratischen Kandidaten wählen, um ihre Aktienkurse zu beflügeln", bilanziert die Bank. Denn: Wenn man den Durchschnitt der demokratisch regierten Zeiten nach dem Zweiten Weltkrieg mit den Perioden republikanischer Präsidenten vergleiche, hätten sich die Aktienkurse unter demokratischer Regierung besser entwickelt.

Wachstum des BIP

So sei der Standard & Poor's Index in den USA bei demokratischen Präsidenten im Schnitt um 52 Prozent gewachsen, unter republikanischer Führung dagegen nur um 31 Prozent. Auch die Wirtschaft sei unter den Demokraten schneller gewachsen: "Im Durchschnitt aller sechs Amtsperioden demokratischer Präsidenten seit 1945 wuchs das Bruttoinlandsprodukt in den USA real um gut 4,4 Prozent. Unter republikanischen Präsidenten war dagegen lediglich ein Zuwachs von durchschnittlich 2,8 Prozent zu beobachten."

Einschränkend weist der Chefsvolkswirt der Postbank, Marco Bargel, aber daraufhin, dies heiße keineswegs, "dass republikanische US-Präsidenten allgemein eine schlechtere Wirtschaftspolitik betreiben. Liberale Reformen, die vor allem unter republikanischer Präsidentschaft zu beobachten waren, entfalten ihre wachstumsfördernde Wirkung häufig erst nach einigen Jahren. Insofern dürfte der eine oder andere demokratische Präsident die Früchte geerntet haben, die sein republikanischer Vorgänger gesät hatte."

Außerdem habe es während republikanischer Regierungzeiten häufiger ökonomische Schocks mit negativen Folgen für das Wachstum gegeben, dass der jeweilige Präsident nicht zu selbst zu verantworten gehabt habe. "Dies gilt zum Beispiel für die Amtszeit Nixons mit dem Ausbruch der ersten Ölkrise sowie dem Platzen der New Economy-Blase, deren Auswirkungen in die ersten Amtszeit Bush Juniors fielen", erläutert die Postbank. (APA/AP)

Share if you care.