US-Musikindustrie einigt sich auf Online-Abgabesystem

25. September 2008, 12:22
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10,5 Prozent Vergütung für Streaming und Abodienste - Erstmals wird fixes Beteiligungsmodell eingeführt

Die verschiedenen Verbände der US-Musikindustrie haben eine Einigung darüber erzielt, wie die Urheber von Musikstücken für bestimmte Arten des Online-Vertriebs ihrer Werke entschädigt werden sollen. Demnach kommen Komponisten, Textern und Verlagen in den USA 10,5 Prozent der über Musikabodienste wie Napster und interaktive Streamingangebote erwirtschafteten Einnahmen zu. Wie die Digital Media Association (DiMA) in einer Aussendung bestätigt, werden dabei erstmals schematische Beteiligungsmodelle für im Internet vertriebene Musik eingeführt. Mit der erzielten Vereinbarung wird ein seit mehreren Jahren andauernder Streit um die Abgeltung der Autoren von Musikstücken beendet. Die Musiker und Plattenfirmen selbst sind von der Einigung allerdings nicht betroffen.

Durchbruch

Das aktuelle Agreement sei "ein Durchbruch, der neue Wege eröffnet, um den Konsumenten Musik online anzubieten", stellen die beteiligten Parteien in einer gemeinsamen Erklärung fest. "Diese historische Vereinbarung wird sicherstellen, dass Songwriter und Musik-Publisher auch im digitalen Zeitalter ihre Erfolge weiterführen können", ergänzt David Israelite, Präsident und CEO der National Music Publishers' Association (NMPA). Er sei dankbar dafür, dass alle an der Diskussion teilnehmenden Verbände guten Willen gezeigt und letztendlich diese wichtige Übereinkunft zustande gebracht hätten. "Die Einigung zeigt, dass unsere Branche gewillt ist zusammenzuarbeiten, um komplexe Probleme zu bewältigen", betont Mitch Bainwol, Vorsitzender und CEO der Recording Industry Association of America (RIAA).

Vereinbarung

Auch die DiMA selbst, in der unter anderem Anbieter wie Amazon, Apple, Napster, Pandora Media oder RealNetworks vertreten sind, begrüßt die getroffene Vereinbarung. "Innovative Musikdienste haben nun ein viel stabileres geschäftliches Umfeld zur Verfügung, von dem Musikfans und -produzenten gleichermaßen profitieren werden", fasst Jonathan Potter, Executive Director der DiMA, zusammen. Durch das aktuelle Agreement würden zudem einige Rechtsstreitigkeiten, in denen Mitglieder des Verbandes involviert sind, hinfällig. Diese hätten somit mehr Zeit, sich auf die Entwicklung innovativer neuer Businessmodelle und auf den Kampf gegen Online-Piraterie, der größten Bedrohung der Musikwirtschaft, zu konzentrieren, meint Potter.

Kompensation

Von der geplanten Regelung ausgenommen sind solche Anbieter, die Musik zum Download anbieten und diese den Kunden zur zeitlich unbegrenzten Nutzung überlassen. Auch bei Webradios ist der Streit über eine finanzielle Kompensation der Autoren noch nicht abgeschlossen. Musikdienste wie Apples iTunes oder Amazon MP3 zahlen ohnehin bereits Abgaben. Damit die getroffene Einigung endgültig in Kraft treten kann, muss sie zunächst noch von den Richtern des Copyright Royalty Board abgesegnet werden. (pte)

 

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