Vatikan kritisiert Berlusconis Migrationspolitik

25. September 2008, 11:07
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Attacke des päpstlichen Rates für Migrantenseelsorge gegen strenge Asylpolitik der Regierung

Rom - Der Vatikan kritisiert die Migrationspolitik der italienischen Mitte-Rechts-Regierung um Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Der Sekretär des Päpstlichen Rates für Migrantenseelsorge, Erzbischof Agostino Marchetto, hat den Beschluss des Kabinetts-Berlusconi kritisiert, das Vergehen der illegalen Immigration in das italienische Strafsystem einzuführen.

"Damit entfernt sich Italien immer mehr vom Einsatz für die Menschenrechte, zu dem sich das Land auf internationaler Ebene verpflichtet hat", so der Erzbischof nach Angaben italienischer Medien vom Donnerstag. Er bezog sich dabei auf die strenge Asylpolitik der Regierung Berlusconi und insbesondere die aus seiner Sicht eingeschränkte Möglichkeit der Familienzusammenführung.

Rassistische Logik

Der Druck des Vatikan auf die Regierung Berlusconi wegen der Ausländerpolitik wächst. Am Montag hatten sich die italienischen Bischöfe wegen des Problems der Immigration besorgt gezeigt. Der Präsident der italienischen Bischofskonferenz CEI, Angelo Bagnasco, betonte die Flüchtlinge seien Brüder, die man integrieren müsse. Er kritisierte die jüngsten rassistischen Vorfälle in Italien.

Die Worte Marchettos wurden von italienischen Oppositionsparteien begrüßt. "Mit ihren Maßnahmen, die sich an einer rassistischen Logik inspirieren, schafft die Regierung Berlusconi ein gefährliches und schädliches Klima in Italien", kommentierte der Vorsitzende der altkommunistischen Partei Rifondazione Comunista, Paolo Ferrero. (APA)

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