Palfinger kauft US-Firma für Lkw-Aufbauten

25. September 2008, 08:10
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Kranhersteller übernimmt Omaha Standard zu 100 Prozent - Nordamerika-Umsatz wird verdoppelt

Wien - Der börsenotierte Salzburger Kranhersteller Palfinger hat die US-Firma Omaha Standard Inc. zu 100 Prozent übernommen. Das Unternehmen sei in den USA einer der drei Marktführer bei Lkw-Aufbauten und Pickup-Ladebordwänden und erzielt mit 450 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 55 Mio. Euro, teilte Palfinger am Donnerstag adhoc mit. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Der Nordamerika-Umsatz werde damit verdoppelt und auf über 10 Prozent am Gesamtumsatz ansteigen.

Omaha Standard ist laut den Angaben ein traditionsreiches Familienunternehmen, das eine umfassende Produktpalette von Lkw-Aufbauten speziell für den US-Markt produziert und vertreibt. Die beiden Hauptprodukte sind Servicefahrzeug-Aufbauten und Pickup-Ladebordwände, mit denen Omaha Standard zu den drei führenden Unternehmen der USA zählt.

Das Unternehmen verfüge neben exzellenten Mitarbeitern über ein hochmodernes Fertigungs- und Montagewerk mit KTL-Lackieranlage in Council Bluffs, Iowa, sowie neun Aufbauwerkstätten bzw. Händler in den USA. Darüber hinaus werden die Produkte über ein Vertriebsnetzwerk von rund 400 Stützpunkten verkauft und gewartet.

"Timing erfolgte zu gutem Zeitpunkt"

Innerhalb der vergangenen drei Jahre habe Palfinger versucht, Akquisitionen in Nordamerika durchzuführen, um die Abhängigkeit vom europäischen Markt zu reduzieren. Doch "die Kaufpreisvorstellungen waren verrückt", erläuterte CEO Herbert Ortner am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Salzburg. Durch die Finanzkrise im US-amerikanischen Markt seien die Preise für Firmenübernahmen gesunken, deshalb sei das Timing für den Kauf von Omaha Standard zu einem guten Zeitpunkt erfolgt.

Angaben über die Höhe des Kaufpreises machte Ortner keine, nur so viel: "Wir haben keinen Good-Will bezahlt." Ein Unternehmen wie dieses wäre vor zwei, drei Jahren noch doppelt so teuer gewesen. Der Übernahmevertrag wurde gestern, Mittwoch, am Abend in den USA unterzeichnet, das Closing wird mit 31. Oktober 2008 datiert.

Innerhalb der Palfinger Gruppe werde Omaha Standard als Tochtergesellschaft der amerikanischen Palfinger USA Inc. agieren, der Standort Omaha werde unter der Führung des bestehenden Managements zur Produktionszentrale für die lokalen Produkte. "Mitarbeiter werden keine abgebaut", betonte Ortner. Das Vertriebsnetzwerk werde auf zehn eigene Stützpunkte sowie von 30 auf 150 Händler mit insgesamt mehr als 500 Servicestützpunkten erweitert. Mit über 700 Mitarbeitern werde Palfinger in Nordamerika den Jahresumsatz auf 150 Mio. Euro erhöhen.

Den Erstkontakt mit Omaha habe es vor rund sechs Monaten gegeben, "wir fanden relativ schnell zueinander", so Ortner. Neben dem "adäquaten" Kaufpreis hätten auch die gemeinsamen Vorstellungen von Anfang an gepasst. Für die Verkäufer, die Familie Moser, deren Nachkommen die Firma nicht weiterführen wollten, sei es wichtig gewesen jemanden zu finden, der an einer strategischen Übernahme des Unternehmens und der Mitarbeiter interessiert war. Alle Mitbewerber hatten bereits Produktionsstätten in der Nähe, Werkszusammenlegungen sollten aber verhindert werden. (APA)

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