Weisheit, löffelweise

24. September 2008, 19:19
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Ist dem Bauer kalt im Schuh, steht er in der Tiefkühltruh': Dieser Reim meldete sich während des Kanzlerduells im ORF plötzlich wieder ...

Ist dem Bauer kalt im Schuh, steht er in der Tiefkühltruh'. Dieser Reim aus entlegenen Gegenden des Resthirns meldete sich am Dienstagabend während des sogenannten Kanzlerduells im ORF plötzlich wieder. Dort saßen Wilhelm Molterer (ÖVP) und Werner Faymann (SPÖ) und duellierten sich verbal, begehren doch beide die Kanzlerschaft nach der Wahl am kommenden Sonntag.

Auf die politischen Inhalte dieser TV-Konfrontation wurde schon eingegangen, hier sollen Erkenntnisse in den Vordergrund gerückt werden, die die menschliche und alltägliche Seite der Kandidaten beleuchten. Denn diese kommen bei derlei Hahnenkämpfen (Wer hat die längere Meinung?) ja oft äh, na ja, zu kurz.

Zwar geben sich alle wahlkämpfenden Politiker in der Wahlsaison wahnsinnig volksnah, ansonsten kommt einem ja auf der Straße kaum einmal einer unter.

Jedenfalls erfuhr man in der von Ingrid Thurnher moderierten Diskussion nicht nur, dass die Adjutanten Molterers das Wort "Standard" offenbar von der Standarte ableiten, also den harten Theodor der weichen Dora vorziehen.

Auf die Frage, wie denn etwa Wilhelm Molterer im Privaten Umweltschutz oder gar Nachhaltigkeit praktiziere, kredenzte dieser den Sehern und (potenziellen) Wählern seine 53 Jahre umfassende Lebenserfahrung wie mit großem Löffel: Er würde nur dann einheizen, wenn er auch tatsächlich zu Hause sei. Ansonsten nicht. Das spare nämlich Energie.

Visionär nachgerade. In so jemandes Hände legt man seine Zukunft gerne. (flu/DER STANDARD; Printausgabe, 25.9.2008)

  • Molterer und Faymann vor dem verbalen Schlagabtausch.
    foto: epa/schlager

    Molterer und Faymann vor dem verbalen Schlagabtausch.

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