"Streckenbereinigung größte Gefahr"

24. September 2008, 18:59
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ABA-Chef Siegl sieht Auswirkungen von AUA-Verkauf auf Headquarter-Standort

Wien - "Mit der Globalisierung tut sich Österreich schwer. Viele der neuen EU-Mitglieder reagieren darauf wesentlich besser." Paul Jankowitsch, Chef des Wirtschaftsforums der Führungskräfte, bemängelte bei einer Podiumsdiskussion am Dienstagabend, dass die zunehmende Internationalisierung nicht als Vorteil gesehen werde. Die sei aber notwendig, um langfristig ein attraktiver Standort für Unternehmen zu bleiben. Die Attraktivität des Standortes hänge auch vom weiteren Schicksal der AUA ab, sagte René Siegl, Geschäftsführer der Austrian Business Agency.

So seien die Nähe zu mittel- und südosteuropäischen Märkten und der Flughafen als Drehscheibe Richtung Osteuropa Faktoren, die zur Attraktivität des Wirtschaftsstandorts beitragen würden. Bei einem stärkeren Engagement durch die Lufthansa sei zu vermuten, dass einige Destinationen nicht mehr direkt von Wien angesteuert würden. Für Siegl wären "Streckenbereinigungen die größte Gefahr für den Headquarter-Standort Österreich".

Peter Nadig, im Vorstand der Baufirma Rehau für Südosteuropa zuständig, wies darauf hin, dass viele junge Leute in der Region auf Jobs warten. Deshalb seien die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU und "große Flexibilität im internationalen Arbeitsmarkt" sehr wichtig für Unternehmen.

Nach Ansicht von Henkel-CEE-Chef Günter Thumser ist Österreich dabei, Standortvorteile zu verspielen, zumal osteuropäische Länder immer mehr aufholen.

Georg Spiegelfeld, Eigentümer von Spiegelfeld Immobilien, sagte, Österreich sei ein "El Dorado für Unternehmer", biete aber keine Anreize für Menschen, die hier leben und arbeiten. (tschDER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.9.2008)

  • AUA ist wichtiger Standortfaktor: (Von links) Paul Jankowitsch, Peter
Nadig, Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid, Günter
Thumser, René Siegl, Georg Spiegelfeld.
    foto: standard/regine hendrich

    AUA ist wichtiger Standortfaktor: (Von links) Paul Jankowitsch, Peter Nadig, Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid, Günter Thumser, René Siegl, Georg Spiegelfeld.

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