"Orientierungslose" in UniCredit-Tochter

24. September 2008, 21:30
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Auch Risikovorstand verlässt die Bank

Wien - Der Zentralbetriebsrat der Bank Austria ist besorgt. "Die Diskussionen rund um die Abgänge von hochverdienten (...) Topmanagern der Bank Austria binnen eines Jahres und rund um die Weiterentwicklung des divisionalen Geschäftsmodells" veranlassten ihn am 18. September zu einem vierseitigen Brief an UniCredit-Chef, Alessandro Profumo.

Man wolle die "Besorgnis über die aktuellen Entwicklungen und die derzeitige Stimmung" ausdrücken, die "momentan spürbare Verunsicherung und Orientierungslosigkeit ansprechen" . Die Mitarbeiter interpretierten die "Gleichzeitigkeit der personellen Veränderungen im Management und zunehmende Abgänge von Leistungsträgern in den Ebenen darunter" nämlich damit, "dass sich die Topmanager nicht mit dem Geschäftsmodell identifizieren können (...), dass die UniCredit-Gruppe an Attraktivität für Top-Manager (...) verliere, weil Gestaltungsspielräume permanent eingeengt werden" . Man orte "zentralistischen Führungsstil" . Profumo möge sich "verstärkt des Themas Unternehmens- und Führungskultur annehmen" .

Profumos Antwort kam als einseitige Mail: "Wir haben tiefen Respekt für alle unsere Kollegen, (...) die Verantwortung für die österreichischen Kollegen" liege aber beim Management in Wien. "Erich Hampel und Doris Tomanek (Personalchefin, Anm.) werden Sie bei Ihren Fragen und Sorgen sicher mit Antworten versorgen." Detail am Rande: Ende Oktober verlässt Vorstandsmitglied Thomas Groß (Risiko) die Bank. Er wechselt zur deutschen WestLB.  (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.9.2008)

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