Wahlsieg der SPÖ gilt als relativ sicher

24. September 2008, 17:38
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Die letzten Umfragen vor der Wahl sind sich in einem Punkt einig: Die SPÖ hat die Nase vorne. Ob das am Wahltag auch hält, ist offen. Wahrscheinlich ist es - Denn die ÖVPholt nicht genug auf - Ähnlich geht es den Kleinparteien.

Angesichts der geringen Entschlossenheit der Wähler tun sich die Wahlforscher derzeit schwer, das Wahlergebnis präzise vorherzusagen. Dennoch gibt es einen Trend, der allen Wahlumfragen und den daraus folgernden Hochrechnungen und Hochschätzungen gemeinsam ist: Zu Jahresbeginn lag die ÖVPdeutlich vor der SPÖ, sie konnte diesen Vorsprung bis in den Sommer halten - aber dann hat sich die SPÖ nach vorne geschoben.

Gallup sah - in einer Umfrage für Österreich - die ÖVPEnde Juli bei 26, die SPÖbei 23 Prozent. In der vorwöchigen Umfrage war es dann umgekehrt: Gallup errechnete 28 Prozent für die SPÖ und (weitgehend unverändert) 26 Prozent für die ÖVP. Ganz ähnliche Werte errechnet das market-Institut, das regelmäßig für News forscht - diese Daten sind auch in die Grafik oben eingeflossen. Sie decken sich zumindest tendenziell wiederum mit jenen Ergebnissen, die Fessel+GfK veröffentlicht hat: 29 Prozent für die SPÖ, 27 für die ÖVP, 16 bis 17 für die FPÖ, elf bis zwölf für die Grünen und sechs bis sieben für das BZÖ. Laut Fessel hätte das LIF eine knappe Chance.

Gallup gibt, ebenso wie das OGM (dessen Chef Wolfgang Bachmayer in den Neunzigerjahren beim LIFaktiv war), dem LIF eine kleine Chance, die Vier-Prozent-Hürde zu überspringen. Die anderen Kleinparteien gelten bei allen Wahlforschern als chancenlos.

Dass sich alle diese Angaben auf jeweils kleine Stichproben mit hohen Schwankungsbreiten beziehen, schränkt die Prognosekraft ein. Es hebt sie aber nicht auf: Erstens gilt die knapp fünfprozentige Schwankungsbreite für 50:50-Entscheidungen - bei kleinen Werten wird der statistisch mögliche Fehler klarerweise kleiner: Wenn etwa der Liste Fritz zwei Prozent zugestanden werden, dann heißt das nicht, dass es ebenso gut sieben oder gar (widersinnigerweise) minus drei Prozent sein könnten. Zudem lassen sich aus der Sonntagsfrage eher Trends als punktgenaue Ergebnisse ablesen. Diese aber sind durch Begleitfragen - nach Kandidaten und der Sicherheit der Entscheidung - gut abgesichert. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 25.9.2008)

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