Konservative Kritik an Ahmadi-Nejad

24. September 2008, 17:22
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Ultrarechte verlangen Rücktritt des Vizepräsidenten, Zentralbankchef will gehen

Die iranischen liberalen Gruppen kommen mit ihrer Suche nach einem gemeinsamen Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2009 nicht recht weiter - aber den Konservativen geht es nicht viel besser, sie präsentieren sich gespalten. Die Stimmen werden jedoch lauter, die eine grundlegende Änderung in Wirtschaft und Außenpolitik des Iran verlangen. Aus zwei verschiedenen Ecken werden Mahmud Ahmadi-Nejad und seine Regierung jetzt in die Zange genommen.

Zuerst schossen sich Ultrarechte auf Vizepräsident Rahim Mashaie wegen dessen versöhnlicher Äußerungen über die Israelis ein: Er hatte bei verschiedenen Anlässen betont, dass man im Iran keine Abneigungen gegen Israelis habe, sie im Gegenteil sogar liebe. Trotz der Kritik hat sich Ahmadi-Nejad bisher geweigert, Mashaie abzusetzen, er ist sogar in New York dabei.

Außerdem wird Ahmadi-Nejad von Wirtschaftsleuten kritisiert. Der Chef der iranischen Zentralbank, Tahmasb Mazaheri, steht angeblich vor dem Rücktritt, weil er sich weigert, die von der Regierung verordneten Billigkredite zu genehmigen, die Ahmadi-Nejad auf seinen Reisen in die iranische Provinz versprochen hat. Nach Auffassung Mazaheris würden sie nur die Inflation anheizen.

Ahmadi-Nejad hat schon einmal einen Zentralbankchef verloren, der seine Wirtschaftspolitik nicht mittragen wollte: Ebrahim Sheibani ist heute Botschafter in Wien. (Amir Loghmany aus Teheran/DER STANDARD, Printausgabe, 25.9.2008)

 

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