Aus deutschen Armeebeständen in Einsteins Privatbesitz

24. September 2008, 17:26
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Einst nur ein Hobbyinstrument und doch irgendwie ein Stück Wissenschaftsgeschichte: Restauriertes Teleskop in Jerusalem ausgestellt

Jerusalem - Albert Einstein diente es einst nur als Hobby - dennoch hat es durch seinen Besitzer der Atem der Geschichte gestreift: Das frisch restaurierte Teleskop des großen Physikers ist künftig in der Hebräischen Universität in Jerusalem zu besichtigen. Dvora Lang von der Abteilung für forschende Jugend sagte am Mittwoch, das knapp zwei Meter lange Fernrohr mit einem Durchmesser von etwa 25 Zentimetern werde in einer Vitrine ausgestellt. Die Reinigung und Restaurierung habe etwa 10.000 Dollar gekostet.

Einstein hatte das Teleskop 1954 von seinem Freund Zvi Gizeri, der es wahrscheinlich selbst gebaut hat, geschenkt bekommen. Teile des Geräts stammen nach Angaben Langs von der deutschen Armee, auf dem Stativ steht in deutscher Sprache "Rundblick-Fernrohr, Fuss-Artillerie". Und auch wenn es einst nur privater Himmelsbeobachtung diente, sei es für astronomische Studien in einem gewissen Ausmaß geeignet: "Neulich haben wir Jupiter durch das Einstein-Fernrohr sogar schöner gesehen als mit modernen Teleskopen", sagte Lang.

Bei einer Archivsuche waren Mitarbeiter der Universität auf eine Fotografie Einsteins gestoßen, auf der das Teleskop zu sehen war. Danach hatte man das Fernrohr selbst in einer Abstellkammer gefunden. Harel Ben Ami von der Abteilung für Weltraumwissenschaften der Hebräischen Universität kündigte an, die Öffentlichkeit solle ein bis zweimal im Jahr direkten Zugang zu dem Fernrohr haben. Zum ersten Mal sei dies in der von der Europäischen Union finanzierten "Nacht der Wissenschaft" an diesem Donnerstagabend geplant. "Die Leute dürfen das Teleskop nicht anfassen, aber hineinschauen", sagte Ben Ami. (APA/dpa/red)

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