Historischer Jüdischer Friedhof in Berlin wieder zugänglich

24. September 2008, 17:11
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Anlage reicht bis ins Jahr 1672 zurück - 1943 wurde sie von den Nazis zerstört

Berlin - Mit dem Jüdischen Friedhof in der Großen Hamburger Straße in Berlin ist am Mittwoch der älteste Begräbnisplatz der Berliner Jüdischen Gemeinde wiedereröffnet worden. Dort befindet sich auch die Grabstätte des Philosophen Moses Mendelssohn (1729-1786). Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz sprach in Anwesenheit der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, Lala Süsskind, von einem "bedeutenden Ort gemeinsamer jüdischer und Berliner Geschichte". Der Friedhof war 1672 angelegt und von den Nazis im Zweiten Weltkrieg zerstört worden.

Eine Gedenktafel an der Außenmauer trägt die Inschrift: "Zur Erinnerung an den ältesten Begräbnisplatz der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, der vom Jahre 1672 bis zum Jahr 1827 benutzt und im Jahre 1943 auf Befehl der Gestapo zerstört wurde. 12. September 1948, Vorstand der Jüdischen Gemeinde". Der Friedhof in der Großen Hamburger Straße war im Zweiten Weltkrieg auch Berliner Sammelplatz für Deportationen von etwa 55.000 Juden in die Vernichtungslager. 1945 wurden auf dem Gelände auch über 2.000 Kriegsopfer, Zivilisten und Soldaten, in Massengräbern beigesetzt.

Der seit langem geschlossene Friedhof wurde in den beiden vergangenen Jahren mit Mitteln des Berliner Senats, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Jüdischen Gemeinde aufwendig wieder instand gesetzt. Nach der Schändung und Zerstörung während der NS-Zeit war der Friedhof in den darauffolgenden Jahrzehnten stark vernachlässigt worden. Seit 1974 wurde er als Grünanlage genutzt. (APA/dpa)

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    Benno Bleiberg, Stellvertretender Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Berlins, am Grab Moses Mendelssohns

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