Google mischt den Smartphone-Markt auf

24. September 2008, 16:42
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Ein bisschen wie das iPhone - In der Fachwelt stieß das Handy zumeist auf wohlwollende Aufnahme

Mit der Ankündigung des ersten "Google-Handys" werden die Karten im heiß umkämpften Smartphone-Markt neu gemischt. Das erste Gerät mit dem neuen Google-Betriebssystem Android wird T-Mobile am 22. Oktober in den USA herausbringen. Im November soll Großbritannien folgen, während sich die übrigen Europäer noch bis Frühjahr 2009 gedulden müssen - der WebStandard berichtete.

Und "immer wenn mehr Menschen das Internet nutzen, setzen sie schließlich unsere Dienste ein, was letztlich gut für unser Geschäft ist"

Google-Mitbegründer Sergey Brin machte klar, worum es dem Marktführer für Internet-Werbung mit dem Einstieg auf den Mobilfunkmarkt geht. Mit Android solle es bessere Geräte und Anwendungen für die mobile Internet-Nutzung geben. Und "immer wenn mehr Menschen das Internet nutzen, setzen sie schließlich unsere Dienste ein, was letztlich gut für unser Geschäft ist." Einen versteckten Plan, über Google vermittelte Popup-Werbung auf dem Handy erscheinen zu lassen, gebe es nicht, versicherte Brin.

Ein bisschen wie das iPhone

Das erste Android-Smartphone mit der Bezeichnung G1 sieht ein bisschen wie das iPhone von Apple aus. Neben einem großen Touchscreen gibt es aber auch einen Trackball und eine ausziehbare Tastatur. Bei den Anwendungen sind der E-Mail-Dienst von Google und die "Google Maps" vorinstalliert.

Android verschärft den Wettbewerb bei den Betriebssystemen für Smartphones. Es wird den Handy-Herstellern kostenlos zur Verfügung gestellt. Zu diesem Schritt hat sich nun auch Nokia mit seinem Symbian-System entschlossen. Lizenzgebühren fallen hingegen weiter bei Windows Mobile von Microsoft an.

"Es gibt nicht viele 'Wow'-Features"

In der Fachwelt stieß das Android-Handy zumeist auf wohlwollende Aufnahme. "Es gibt nicht viele 'Wow'-Features", sagte der Chefredakteur des "PC Magazine", Lance Ulanoff. "Ich denke, wir können aber erwarten, dass es ein gutes Internet-Handy sein wird."

Geek

Entwickler können ihre eigenen Anwendungen für Android programmieren. Diese sollen dann über einen besonderen Google-Shop bereitgestellt werden. Brin teilte mit, dass er auch selbst ein Programm für das neue Handy geschrieben habe. "Das ist für mich als Computer-Geek sehr aufregend, ein Telefon zu haben, mit dem ich spielen kann und das ich verändern und mit Neuerungen ergänzen kann, ganz so wie bisher einen Computer."

Allerdings will Brin sein eigenes Programm nicht weiter vermarkten - es misst die Zeit, wie lange das Handy in der Luft bleibt, wenn man es hochwirft. "Wir werden das standardmäßig nicht mit einbauen", versicherte der Google-Manager. (APA/AP/red)

  • Larry Page und Sergey Brin bei der Vorstellung des G1

    Larry Page und Sergey Brin bei der Vorstellung des G1

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