Rainer: "Journalismus ist Glaubensbekenntnis und kein Beruf"

28. September 2008, 18:04
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    Christian Rainer ist Herausgeber und Chefredakteur von "profil".

Christian Rainer arbeitet von vier Uhr früh bis ein Uhr nachts - Er wollte Zoologe werden, jetzt ist er "profil"-Chef - Ein Karriere-Telegramm

Der Tag von Christian Rainer, Herausgeber und Chefredakteur des Nachrichtenmagazins "profil", beginnt um vier Uhr früh und endet um ein Uhr nachts. Dazwischen arbeitet der 46-Jährige "unablässlich", meint er im Mail-Karriere-Telegramm von derStandard.at. Sein bis dato größter beruflicher Erfolg ist, den "Tabubruch" der blauen Regierungsbeteiligung über Jahre abgelehnt zu haben und trotzdem noch im Chefsessel zu sitzen, so Rainer. Und der größte Flop? "Bis heute warte ich darauf, dass Radio Vatikan mich interviewt."

derStandard.at: Wie sieht der "typische" Arbeitstag von Christian Rainer aus?

Rainer: Der Tag beginnt mit dem E-mail-Check am Blackberry um etwa vier Uhr früh (jederzeit überprüfbar), und er endet ebenso gegen ein Uhr morgens. Dazwischen wird selbstverständlich unablässlich gearbeitet, auch während des Essens und am Ergometer im Holmes-Place (deshalb kein Laufband).

derStandard.at: Wie viele Stunden arbeiten Sie im Schnitt pro Woche?

Rainer: 24 Stunden mal sieben Tage macht ...

derStandard.at: Wie entspannen Sie sich vom beruflichen Stress?

Rainer: Ich habe keinen Stress. Aber weil es Spaß macht, gehe ich klettern (Blackberry funktioniert inzwischen auch auf der Spitze des Mount Everest) und versuche, viel Zeit mit meinen Zwillingstöchtern zu verbringen (fünf Tage Disney Paris in diesem Sommer, ich kenne mich in der Maus-Welt jetzt wirklich aus).

derStandard.at: Welches Rezept haben Sie, um Berufliches und Privates unter einen Hut zu bringen?

Rainer: Beruf und Privatleben sollte man von vornherein nicht trennen, dann stellt sich die Frage erst gar nicht.

derStandard.at: Welche Rolle spielen für Sie berufliche Netzwerke beim Erklimmen der Karriereleiter?

Rainer: Wer Netzwerke spannt, um Karriere zu machen, muss scheitern. Die Netzwerke umwuchsen mich erst, als ich längst "profil"-Chef war.

derStandard.at: Was war Ihr bis jetzt größter Karriereerfolg bzw. Karriereflop?

Rainer: Den Tabubruch der blauen Regierungsbeteiligung mit glasklarer Linie über Jahre abzulehnen und das überdies als Herausgeber zu überleben, das war zweifellos ein Erfolg. Flop? Bis heute warte ich darauf, dass Radio Vatikan mich interviewt.

derStandard.at: Wie lautet Ihre berufliche Devise?

Rainer: Von der journalistischen Unabhängigkeit keinen Millimeter abweichen. Journalismus ist ein Glaubensbekenntnis und kein Beruf.

derStandard.at: Wenn Ihnen ein Wunsch von Seiten der Politik erfüllt werden würde, welcher wäre das?

Rainer: Man möge diese Unabhängigkeit als einen Grundwert des Staates ehren.

derStandard.at: Sollten alle Gehälter in Österreich transparent gemacht werden?

Rainer: Ich jedenfalls habe meinen Gehaltszettel der "profil"-Redaktion vor wenigen Wochen offen gelegt.

derStandard.at: Welchen Traumberuf hatten Sie in der "Sandkiste"? Was wollten Sie als Kind werden?

Rainer: Nicht Bundeskanzler, sondern Zoologe. (Bin ich ja irgendwie auch geworden.)

derStandard.at: Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Rainer: Weiterhin mit geradem Rückgrat auf zwei Beinen. (derStandard.at, 29.9.2008)

Zur Person

Dr. Christian Rainer studierte Jus und Volkswirtschaft in Wien. Er arbeitete von 1987 bis 1990 bei der "Arbeiterzeitung" und anschließend bis 1997 als Ressortleiter und Chefredakteur der "Wirtschaftswoche". 1997 ging er zum Wirtschaftsmagazin "trend". Anfang September legte er seine Tätigkeit als Herausgeber und Chefredakteur zurück. Der gebürtige Oberösterreicher ist seit 1988 auch Herausgeber und Chefredakteur des Nachrichtenmagazins "profil".

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 96
1 2 3
porco rosso
 
02
30.1.2009, 20:40
boah hey, mann

vier uhr früh bis ein uhr nachts...
das sind die wahren leistungsträger
mit vierzig kratzt der wahrscheinlich ab wenn das stimmt

berno man
 
00
3.12.2008, 18:45
was wäre wenn,

er diesen "0815-fragen" einfach überdrüssig wurde und gar kein interesse mehr daran hatte die fragen wahrheitsgemäß zu beantworten ?
3h schlaf pro nacht und kein familienleben kann auf dauer sicher nicht funktionieren.

1337 camp0r
00
25.11.2008, 08:52
Bild... zum 24x7 arbeiten....

Dieses Foto zeigt Rainer mit Wrabetz beim "arbeiten" oder wie... http://sandra.at/christian... rainer.htm

Tüchtig scheint er ja zu sein und der Erfolg gibt ihm irgendwie recht, abgerechnet wird aber Ende auf welche Kosten man gelebt hat.

mondkeksi
00
4.11.2008, 09:33

ich seh ihn ab und zu im fitneßcenter. da arbeitet er definitiv nicht, sondern schaltet stundenlang ab... ;-)

ana.log
00
21.10.2008, 09:37

eitel und selbstverliebt bis es weh tut, der Mann. Trotzdem ist profil das beste Wochenmagazin in Österreich und mit seinen Kommentaren kann man sich auch auseinandersetzen (und manchmal auch zustimmen).

Warum er diese peinliche Selbstdarstellung inkl. des angeblichen 21-Stunden-Arbeitstages (geht ja schon physisch nicht auf Dauer) nötig hat, weiß ich nicht.

brian ferry
00
8.10.2010, 17:58
das...

...ist er einfach, wirklich und OHNE ironie!!!

Nathaniel Winerib
01
5.10.2008, 20:33
Seitenblicke

So gegen 20 Uhr kann man ihm dann bei der Arbeit zuschauen. ORF-Seitenblicke ORF 2.

cantanto
11
5.10.2008, 14:29
Das Niveau dieses Interviews und vor allem des Gefragten

entspricht absolut dem des Profils: letztklassig, primitiv, verlogen und eitel.

Wer glaubt dem Herrn denn bitte diesen Unsinn.
Arme Kinder, arme Frau - hat sich hoffentlich schon einen Hausfreund gesucht.

Dass er seine Kinder ins Disneyland führt zeigt auch welch Geistes Kind er ist...

der postbote
01
1.10.2008, 15:34
rainer wollte halt dem mathematiker taschner (1.9.) nicht nachstehen ;-))

Rudolf Taschner, Mathematiker und Betreiber des "math.space", arbeitet "168 Stunden in der Woche".

because: second place is the first loser...

Josef Kreilmeier
 
00
1.10.2008, 12:33
Unsinn zum Quadrat

Verbringt ( angeblich )viel Zeit mit Kindern - 5 Tage / Jahr ! ) - ist ja eh viel, aber wo bleibt die Frau ? Auch 5 Tage / Jahr ? Muss ja eine tolle Beziehung sein. Übrigens: 1 Uhr Arbeitsende -4 Uhr Arbeitsbeginn und dazwischen 1 Stunde Toilette, macht 3 Stunden Schlaf /Tag. Wow, der Mann muss eine gute Physis haben.

nick delasoul
05
30.9.2008, 23:52
poser, faker

"Von der journalistischen Unabhängigkeit keinen Millimeter abweichen." Sagt jemand, der ein Teil des NEWS Verlages ist, soll ich lachen oder kotzen?
Und jemand der 24hx7 arbeitet, hat kein familienleben... blaablalba; glänzende krawatte, nette frisur, das ist das einzige was an diesem selbstverliebten selbstdarsteller hier echt ist.

william bonney
01
30.9.2008, 17:50
er arbeitet 21 stunden

und DAS kommt dabei heraus?

barry mccoist
04
30.9.2008, 15:04

also gut, dazu muss man einmal sagen, dass wenn man berücksichtigt, dass der job a la long natürlich eine berufung ist, dann kommt man schon einmal auf 21 stunden, egal ob ich jetzt auf meinem arbeitsplatz sitze, im sitzen schlafe, im schlafen stehe, den mount everest mit dem kahlenberg verwechsle, jedem passanten meinen gehaltszettel zeige, beim sch.... mit dem blackberry spiele oder kurz vor 1 uhr früh - überprüfbar, jederzeit - wegpfeife. aber gut, da sag ich, jeder hat seine prioritäten und in diesem fall das muss man schon einmal sagen, auch wenn es unangenehm ist, sind es die falschen. mein tipp für den herrn rainer: toto-spielen oder aber öfter zum frisör - weil immer 350% auf dauer geben - das kann a la long nicht gut gehen

gabirol
00
6.10.2008, 17:33

Er ist geleveraged wie eine Investmentbank, der Herr Rainer. Wird auch wieder abkommen. (Es ist erst ein paar Jahre her, da war auch an der Wall Street jeden Tag um fünf Schluß ...)

Maria Lacina
02
30.9.2008, 12:33
ich ...

könnte da ein Modell eines absolut sicheren Täschchens für den Blackberry empfeheln. Wäre doch *entsetzlich*, wenn der am Mount Everest versehentlich in eine Gletscherspalte fällt ....
By the way: Angeben ist immer peinlich, aber sooo peinlich ist es selten.

Minimonk
02
30.9.2008, 09:49

Leute, die damit angeben müssen, wie viel Sie arbeiten, tun mir leid.

Gary Grantscherbn
00
30.9.2008, 09:37

seltens so viele großartige Postings auf einem Haufen gesehen...die machen's aus, nicht der Herr Rainer. Danke!

Retten - Löschen - Bergen
 
01
30.9.2008, 00:39
Heast Christian...reiß Di z'samm Oida, ehrlich.

Herbert Lauritz
03
30.9.2008, 00:12
Was soll's

Die Rainer'sche Arragonaz ist doch großartig. Er zelebriert das richtiggehend, steht dazu und ist deswegen authentisch. Und so schlecht ist das Profil auch wieder nicht!

Management Quatscher
00
29.9.2008, 19:01

The great management-swindle.

william bonney
00
29.9.2008, 18:01
und wie ist das mit n.w.?

rob gruen
00
29.9.2008, 17:25

sarkasmus.
schon mal davon gehört?

silvio pellico
00
29.9.2008, 17:07
unabhängiger journalismus?

wieviel format hat sein profil?

paris texas
00
29.9.2008, 16:55

hoffe für die zwillingstöchter dass ihre mutter einen netten freund gefunden hat ;-)

molekühl
01
29.9.2008, 16:53

Leutln, was regts euch auf? Heute lernt jede Putzfrau beim AMS, dass sie sich beim Vorstellungsgespräch "verkaufen" muss ("Putzen war schon immer mein Traum" etc.); der Stil gehört mittlerweile einfach zum Geschäft. Und wissts was? ES FUNKTIONIERT SOGAR! Schauts euch doch einmal in eurer Umgebung die "Führungsriegen" an...
Und über Grasser und Konsorten könnt's euch lustig machen, soviel ihr wollt; die könnten euch mit Geld zusch**ssen, und lachen noch dazu.

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