PC-Hersteller und Mobilfunkanbieter kämpfen um Netbook-Markt

24. September 2008, 14:08
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PC-Hersteller Lenovo bringt Ende November Mini-Notebook auf den Markt - Mobilkom Austria will Kunden mit Gratis-Mini-Notebook 24 Monate binden

Mehr oder weniger zeitgleich versuchen zwei verschiedene Branchen am Mini-Notebook-Markt in Österreich Fuß zu fassen. Die kleinen, leichten Netbooks liegen voll im Trend, die Nachfrage steigt rasant. Der PC-Hersteller Lenovo hat das Potenzial der kleinen Notebooks erkannt - ab Ende November gibt es in Österreich die ersten Netbooks von Lenovo ab 390 Euro inklusive Mehrwertsteuer, sagte Country General Manager Günter Hainisch auf einer Pressekonferenz in Wien. Die chinesische Lenovo hatte 2005 die IBM-PC-Sparte übernommen.

Netbook vom Mobilfunker

Auf einer anderen Pressekonferenz teilte der heimische Marktführer am Mobilfunksektor, die Mobilkom Austria, mit, nächste Woche ein Gratis-Mini-Notebook inklusive Internetzugang für 29 Euro im Monat auf den Markt zu bringen (der WebStandard berichtete). Lenovo Österreich-Chef Hainisch dazu: "Es wird immer mehr in die Richtung gehen, dass Mobilfunkanbieter Netbooks anbieten werden." Warum sollten sich die Kunden für ein Mini-Notebook von Lenovo entscheiden, wenn sie es bei einem Mobilfunkanbieter gratis haben können? "Die Voraussetzung bei den Mobilfunkern ist eine 24-monatige Bindung. Die Menschen wollen sich aber nicht so gerne binden", sagte Hainisch.

Lenovo und Vodafone

In Deutschland hat Lenovo eine Kooperation mit Vodafone. Ob das Unternehmen künftig auch in Österreich mit einem Handynetzbetreiber kooperieren will oder bereits Gespräche am Laufen sind, wollte Hainisch nicht verraten. Dass der PC-Hersteller erst Ende November mit Mini-Notebooks auf den europäischen Markt kommt, erklärte Lenovo-Kommunikationsmanager Thilo Huys so: "Wir beobachten die Märkte genau und wollen uns nicht zu schnell auf etwas stürzen." Laut IDC sollen die weltweiten Verkaufszahlen für Netbooks von 430.000 Stück im Jahr 2007 auf mehr als 9,2 Millionen Stück im Jahr 2012 steigen, hieß es heute. Für Österreich liegen keine Zahlen vor.

Trend Drittnotebook

Lenovo rechnet in Österreich mit einem starken Interesse an den Mini-Notebooks. Der Trend gehe immer mehr in Richtung Zweit- und Drittnotebooks. Die Menschen haben ein Notebook für zu Hause und eines für unterwegs, so Huys. Wegen der bunten Farben werde das Netbook bei Frauen und bei Jugendlichen gut ankommen. Aber auch für Journalisten, Fotografen oder im Urlaub, um Bilder nach Hause zu schicken, sei das kleine und handliche Mini-Notebook praktisch.

Marke soll bekannter werden

Lenovo ist am österreichischen Markt der viertgrößte PC-Hersteller und beschäftigt rund 50 Mitarbeiter. Bis Mitte 2010 will das Unternehmen in Österreich Nummer drei werden. "Unser Ziel ist es, die Bekanntheit der Marke weiter zu steigern", so Hainisch. Momentan gibt es hierzulande fünf Lenovo-Stores - der Osten ist noch nicht erschlossen. Hainisch: "Das wollen wir weiter ausbauen."

ThinkServer

Ab Ende September steigt Lenovo in den österreichischen Server-Markt ein und bringt die Linie "ThinkServer" heraus. Die Modelle richten sich an kleine und mittlere Unternehmen. Der weltweite Server-Markt ist 31 Mrd. US-Dollar (derzeit: 21 Mrd. Euro) groß.

Der PC-Hersteller beschäftigt weltweit rund 23.200 Mitarbeiter und hat Geschäftsstellen in 66 Ländern. Seit 1994 notiert das Unternehmen an der Hongkonger Börse. 2007/08 hat Lenovo (per 31. März) 16,5 Mrd. US-Dollar (derzeit: 11,20 Mrd. Euro) umgesetzt. Umsatzzahlen für Österreich wurden heute nicht bekanntgegeben. (APA)

  • Lenovo Netbook S10
    foto: lenovo

    Lenovo Netbook S10

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