Innenminister warnt vor Bürgerkrieg der Camorra gegen den Staat

24. September 2008, 13:40
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Regierung will Haftbedingungen für Mafiosi verschärfen

Rom - Der italienische Innenminister, Roberto Maroni, hat am Mittwoch vor dem Parlament vor einem "Bürgerkrieg" der Camorra, des neapolitanischen Arms der Mafia, gegen den Staat gewarnt. Nach dem Mord an sechs Schwarzafrikanern bei Neapel - Hintergrund waren vermutlich Auseinandersetzungen mit der Mafia -, die am Freitag zu gewaltsamen Ausschreitungen von Einwanderern geführt hatte, kündigte Maroni scharfe Maßnahmen an.

"Der Staat muss mit Strenge reagieren. Es handelt sich um eine terroristische Aktion, mit der die organisierte Kriminalität ihre Kontrolle expandieren und zugleich den Staat einschüchtern will", sagte der Innenminister in einer Ansprache vor der Abgeordnetenkammer. Der Minister forderte eine Verschärfung der Haftbedingungen für Mafiosi.

Exekution

Die Opfer der Schießerei sollen in Drogengeschäfte verwickelt gewesen sein. Italienische Zeitungen sprachen von einem Massaker und von einer Exekution im kriminellen Milieu. Hintergrund des Blutbads bei Castel Volturno nördlich von Neapel könnte der Streit um den illegalen Drogenhandel oder um Prostitution sein. Bei den Toten handelt es sich um Einwanderer aus Ghana, Liberia und Togo. Eine Person wurde als mutmaßlicher Killer am Montag festgenommen.

Maroni bestätigte, dass hinter der Schießerei ein scharfer Kampf um die Kontrolle der kriminellen Geschäfte in der Provinz Caserta stecke. "Die Aktivitäten der Camorra reichen vom Drogen- über Menschenhandel, bis zur Prostitution. Wir müssen dagegen mit allen Mitteln kämpfen", sagte Maroni.

Das Kabinett Berlusconi hat am Dienstag die Entsendung von 500 Soldaten in die Region Kampanien beschlossen. Die Soldaten sollen zur Bekämpfung der Camorra, des neapolitanischen Arms der Mafia, eingesetzt werden, die hinter der Schießerei steckt, kündigte Innenminister Roberto Maroni am Dienstag an.

Die Militärs sollen drei Monate in Kampanien stationiert werden. Danach könnte der Einsatz verlängert werden. Nach der Schießerei hatte das Innenministerium am Montag bereits 400 zusätzliche Polizisten in der süditalienischen Region entsendet. (APA)

 

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