Musik: Stella Chiweshe

24. September 2008, 13:15
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Die "Großmutter der traditionellen Musik" Zimbabwes am Donnerstag im Porgy & Bess

Stella Chiweshe trägt die inoffiziellen Titel "Mbira Queen" und "Ambuya Chinyakare" ("Großmutter der traditionellen Musik"), und das natürlich völlig zu Recht: War sie es doch, die der traditionellen Mbira-Musik Zimbabwes neue - vor allem: emanzipierte - Wege gewiesen hat: Nachdem jenes traditionell mit dem Ahnenkult verbundene Instrument (im übrigen Afrika wird es auch Kalimba oder Lamellofon genannt) einerseits von alters her nur von Männern bedient, andererseits von den britischen Kolonisatoren als "Teufelszeug" bekämpft wurde, war Stella Chiweshe in den 1960er-Jahren eine der ersten Frauen, die allen Hindernissen trotzte.

Sie trat bei Heilungszeremonien, Hochzeiten, Beerdigungen und Festen in Aktion, um sich in den 1980er-Jahren auch international als Mbira-Solistin zu etablieren und den hellen, luftigen Klang ihres Instruments fortan in alle Kontinente hinauszutragen.

In Chiwoniso Maraire und ihrer Tochter Virginia Mukwesha sind der Zweiundsechzigjährigen, die heute in Harare und Berlin lebt, inzwischen auch renommierte Nachfolgerinnen erwachsen. Mit zwei anderen musikalischen Geisteskindern, Emanuel Karamuzondo und Manda Saize, wird sich Stella Chiweshe heute im Mbira-Trio in Wien vorstellen. Empfehlung! (felb, DER STANDARD - Printausgabe, 24. September 2008)

Porgy & Bess, 1., Riemergasse 11, (01) 512 88 11
25. 9., 20.30 Uhr
www.porgy.at

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