Hochrechner kämpfen mit Sonderfällen

24. September 2008, 11:34
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Antreten des LIF bereitet Kopfzerbrechen - Briefwahl und regionale Phänomene sorgen für Spannung

Wien - Mit besonders vielen Sonderfällen haben die Hochrechner bei der kommenden Nationalratswahl zu kämpfen. So bereitet das Antreten des Liberalen Forums Kopfzerbrechen, sagte SORA-Geschäftsführer Christoph Hofinger gegenüber der APA. Franz Sommer von der ARGE Wahlen wies daraufhin, dass die Veränderungen durch die Einführung der Briefwahl sowie regionale Phänomene wie das BZÖ in Kärnten und die Liste Fritz Dinkhausers in Tirol Spannung bereiten.

Es ist bei jeder Wahl dasselbe: Treffen die ersten Ergebnisse - meist aus kleinen Gemeinden mit frühem Wahlschluss - gegen Mittag im Innenministerium ein, wird es für die Hochrechner ernst. Wählerströme werden erfasst und auf ganz Österreich umgelegt. Hofinger sind diese ersten Ergebnisse allerdings noch zu unsicher. Nach und nach gibt es mehr Sicherheit - bis zur ersten offiziellen Hochrechnung um 17 Uhr.

Warum das Liberale Forum in diesem Jahr Probleme bereitet, liegt an den mangelnden Vergleichsdaten. Um trotzdem zu einem Ergebnis zu kommen, ziehe man eine "fiktive Vergleichsbasis" heran. Sommer von der ARGE Wahlen: "Wir tun so, als ob sie schon 2006 kandidiert hätten." Was das Wählerverhalten betrifft, orientieren sich die Hochrechner allerdings an der Nationalratswahl 1999. Damals flog das LIF zwar aus dem Nationalrat, trotzdem könne man auf gewisse Trends schließen.

"Demografisch gestützte Trendschätzung"

Eine weitere Besonderheit des LIF ist, dass dieses überwiegend im städtischen Raum stärker ist. Da die Ergebnisse aus den Ballungsräumen - vor allem Wien - als letzte eintreffen, bedient sich die ARGE Wahlen auch hier eines Hilfsmittels. Eine "demografisch gestützte Trendschätzung", also Umfragen wenige Wochen vor der Wahlen, wird in die Hochrechnungen miteinbezogen. Für Kärnten mit dem BZÖ und Tirol mit Dinkhauser gilt dies allerdings nicht. Hier könnte es nach Eintreffen der Ergebnisse zu größeren Sprüngen kommen. (APA)

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