Aubry geht ins Rennen um Parteivorsitz der französischen Sozialisten

24. September 2008, 11:30
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"Mutter" der 35-Stunden-Woche macht Delanoe Konkurrenz - Vier Kandidaten mit Siegeschancen am Parteitag in November - Linker Flügel hat erstmals gemeinsamen Anwärter

Paris - Die Kandidatenliste für die Nachfolge des französischen Sozialistenchefs Francois Hollande wird länger. Die ehemalige Arbeits- und Sozialministerin Martine Aubry will sich im November auf dem PS-Parteitag in Reims dem Votum der Delegierten stellen. Die Tochter des ehemaligen EU-Kommissionspräsidenten Jacques Delors und derzeitige Bürgermeisterin der Industriemetropole Lille "ist Kandidatin für den Sieg auf dem Parteitag und für das Amt der Ersten Sekretärin", sagte ihre Sprecherin Laurence Rossignol am Donnerstag.

Als aussichtsreichster Anwärter gilt gegenwärtig der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoe, der sich in Umfragen großer Beliebtheit erfreut und auch die Unterstützung Hollandes genießt. Der linke Parteiflügel schickt den 41-jährigen Europaparlamentarier Benoit Hamon ins Rennen. Auch die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Segolene Royal gilt als Favoritin, allerdings hat sie ihre Kandidatur noch nicht offiziell angekündigt. Aubrys Sprecherin bezeichnete die Wunschvorstellung Delanoes, sein Beschlussantrag möge auf dem Parteitag "50 Prozent" der Delegiertenstimmen erhalten, als "Bluff".

Aubry hatte Ende der 1990er-Jahre als Arbeitsministerin der Linksregierung des sozialistischen Premiers Lionel Jospin (1997-2002) die gesetzliche 35-Stunden-Woche eingeführt und ist seit 2002 als Nachfolgerin von Ex-Premier Pierre Mauroy Bürgermeisterin von Lille. Sie wurde dort im vergangenen Frühjahr wiedergewählt. (APA)

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