Ban fordert neue globale Führung

23. September 2008, 20:14
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Präsident D'Escoto: "Entweder wir lieben uns alle oder wir sterben"

New York - Angesichts der zahlreichen Krisen brauche die Welt eine neue globale Führung (global leadership), sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am Dienstag bei der Eröffnung der Generaldebatte der 63. UN-Vollversammlung in New York. Besonders von drei Krisen gingen die größten Gefahren aus - von der Finanz-, der Energie- und der Lebensmittelkrise, betonte Ban.

Die Probleme mit denen die Welt konfrontiert sei, seien größer und komplizierter geworden. Die Länder sollten nicht der Versuchung des nationalen Egoismus erliegen, denn ohne Zusammenarbeit mit dem Rest der Welt könnten die einzelnen Staaten weder ihre eigenen Interessen schützen noch das Wohlergehen ihrer Bevölkerung garantieren.

Reform

Ban wies auch auf die durch die globale Finanzkrise entstandenen gefährlichen Auswirkungen hin, etwa für die Finanzierung von Entwicklungsprojekten in armen Ländern. Er forderte einen veränderten Umgang mit Finanzmärkten, der von Ethik und Verantwortung geprägt sein müsse. Zudem betonte Ban die Notwendigkeit einer Reform der Weltorganisation.

Der Präsident der UN-Vollversammlung, Miguel d'Escoto, beklagte die fehlende Demokratie in der UNO, wo einige wenige Länder das Sagen hätten. Die armen Ländern müssten wegen der Verantwortungslosigkeit der Mächtigen leiden. "Heute gibt es keine Alternative: Entweder lieben wir uns alle oder wir sterben alle", meinte der Priester und frühere nicaraguanische Außenminister unter den Sandinisten.

Als Präsident der Vollversammlung kündigte d'Escoto an, dass "unser lieber Bruder" US-Präsident George W. Bush eine Rede halten werde. (APA)

 

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