LIF: Schadensbegrenzung

23. September 2008, 19:28
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Zachs Fauxpas kratzt am Selbstverständnis der gesamten Partei - von Peter Mayr

Der PR-Experte hätte es besser wissen müssen. Hätte. Alexander Zach hat dem Liberalen Forum (LIF) ein Image-Desaster bereitet. Die Scherben darf nun seine Partei ein paar Tage vor der Nationalratswahl zusammenkehren. Ohne ihn. Der liberale Bundessprecher legt seine Parteifunktion zurück und verzichtet auch auf seine Kandidatur für den Nationalrat. Ein Schritt, der längst fällig gewesen ist. Der Vorwurf, Eurofighter-Gegner Zach habe auch für den Rüstungskonzern EADS gearbeitet, kursiert seit langem. Der nunmehrige Ex-Bundessprecher hatte dutzende Gelegenheiten, seine Rolle richtigzustellen. Sie blieben ungenützt. Er habe juristisch geantwortet, nicht politisch, wehrt sich der Liberale. Wie wäre es mit ehrlich?

Auch wenn Herr Zach einer breiteren Öffentlichkeit bis dato nicht bekannt gewesen sein dürfte - sein Fauxpas kratzt am Selbstverständnis der gesamten Partei. Worte wie "Haltung" oder "Aufrichtigkeit" verkommen in der Politik allzu schnell zu leeren Hülsen. Aber genau das wären Werte, auf denen der liberale Wahlkampf fußt. Wer um den Einzug in den Nationalrat kämpft, darf sich daher derartige Patzer nicht leisten. Die Liberalen könnten die Notbremse zu spät gezogen haben.

Wie groß der Schaden sein wird, kann am Wahlsonntag abgelesen werden. Jene Wählerinnen und Wähler, die mehr wollen als nur die Person Heide Schmidt, werden jetzt vielleicht Zweifel bekommen haben. Für die anderen ist der Zach-Rücktritt bloß die Offenlegung einer weiteren versteckten Wahrheit: Heide Schmidt ist jetzt offiziell das, was sie immer schon war - das Liberale Forum. (DER STANDARD, Printausgabe, 24.9.2008)

 

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