"Falschmeldung": Agrarjournalisten schreiben "Offenen Brief" an die "Krone"

23. September 2008, 18:15
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Journalisten beklagen "Falschmeldung" über Franz Fischler in der Kronen Zeitung

Der Verband der Agrarjournalisten und -publizisten in Österreich (VAÖ) wehrt sich mit einem "Offenen Brief" gegen eine Meldung in der Kronen Zeitung vom Montag. Die Zeitung hatte behauptet, der ehemalige EU-Kommissar Franz Fischler wolle die Gentechnik in Österreich forcieren. Diese "Falschmeldung" grenze an "Rufschädigung", meint Josef Siffert (VAÖ-Präsident). Der Brief im Wortlaut:

"Sehr geehrte Redaktion

Wenn sich eine Zeitung ohne wenn und aber in den Dienst einer politischen Partei stellt, so ist das ihre Sache und vielleicht noch die Sache ihrer Leser. Wenn jedoch zu diesem Zweck eine glatte Falschmeldung über eine Veranstaltung eines internationalen Verbandes (International Federation of Agricultural Journalists; IFAJ) herhalten muss, dann ist das nicht nur journalistisch absolut unredlich, dann grenzt das an Rufschädigung und ist auch in Wahlkampfzeiten zu verurteilen.

Der Verband der Agrarjournalisten und -publizisten in Österreich verwehrt sich gegen diese Art von „Berichterstattung" (heutige Ausgabe; Artikel: „Fischler will freie Bahn für die Gentechnik" u. a.), die mit der tatsächlichen Veranstaltung nichts, nicht einmal die exakte Bezeichnung der Veranstalter gemeinsam hat. Wir verbitten uns ausdrücklich, dass eine hochkarätige Diskussion über die Verantwortlichkeit der Journalisten parteipolitisch missbraucht wird.

Da weder der zeichnende noch der kommentierende Redakteur an dieser Veranstaltung vom 11. September in Graz teilgenommen hat, stammen deren Informationen offenbar aus der bekanntlich verlässlichen Quelle des „Hörensagen". Der im Artikel zitierte Franz Fischler hat sich in keinem Teil der eineinhalbstündigen Debatte für den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft in Österreich bzw. in der EU ausgesprochen. Er hat diese seine Haltung in der Diskussion auch deutlich unterstrichen.

Doch offenbar hat der Informant Ihres Blattes ernste Probleme mit der englischen Sprache (die gesamte Diskussion fand in englischer Sprache statt und wurde nicht übersetzt) und hat Franz Fischer (unbewusst oder bewusst) fehl-, miss- oder gar nicht verstanden.

Es wäre ein Gebot der journalistischen Fairness, diese Fehlmeldung richtigzustellen, da weder Franz Fischler noch die IFAJ es verdient haben, mit Falschmeldungen und erfundenen Aussagen in eine derartige Wahlkampfauseinandersetzung hineingezogen zu werden."

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