CSU startet in Wahl-Endspurt

23. September 2008, 16:49
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Ministerpräsident Beckstein wendet sich brieflich an jeden einzelnen Wähler im Freistaat

München - Im aufwendigsten Wahlkampf-Endspurt der bayerischen Geschichte sollen sämtliche Wähler im Freistaat in den kommenden Tagen CSU-Post von Ministerpräsident Günther Beckstein erhalten. Die Karten würden derzeit an alle Haushalte mit Wahlberechtigten verschickt, sagte Beckstein am Dienstag in München. Weiter gebe es mehr CSU-Infostände und -veranstaltungen als je zuvor. Gleichzeitig drohte Beckstein für den Fall einer Wahlniederlage potenziellen Putschisten in der CSU: "Wer jetzt über einen Plan B redet, der zeigt, dass er keinen Funken Verstand hat und darf sich nicht erwischen lassen."

Ein CSU-Sprecher verweigerte auf Nachfrage die Auskunft, wie viele Beckstein-Postkarten die CSU verschickt. Dies könne nicht genannt werden, da die CSU solche Einzelheiten ihrer Wahlkampagne nicht veröffentliche, sagte Sprecher Hans-Michael Strepp. Die Zahl dürfte aber in die Millionen gehen: In Bayern gibt es 9,3 Millionen Wahlberechtigte. In vielen Familien sind jedoch zwei oder mehr Wähler pro Haushalt gemeldet. "Ich habe schon Post von mir selbst erhalten", scherzte Beckstein. Die CSU hat den größten Wahlkampfetat aller Parteien. Nach früheren Angaben hatte allein die CSU-Landesleitung etwa 6 Millionen Euro Wahlkampfbudget veranschlagt, mehr als alle anderen Parteien zusammen.

"Sehr, sehr optimistisch"

Ungeachtet der jüngsten Umfragen, die die CSU unter 50 Prozent sehen, erklärte Beckstein, er sei "sehr, sehr optimistisch". "Wir haben eine unglaubliche Menge an Veranstaltungen und Info-Ständen. CSU-Spitzenkandidat Beckstein will bis zur letzten Sekunde kämpfen. Am Wahlsamstag geht er noch einmal auf Wahl-Tour quer durch Bayern: Morgens und abends in Nürnberg mit Abstechern nach Landshut und zum Bayerischen Zentral-Landwirtschaftsfest in München.

Nach der Kabinettssitzung präsentierte Beckstein die Bilanz der Staatsregierung seit der Landtagswahl 2003. Becksteins Tenor: Bayern steht besser da als vor fünf Jahren. "Wir haben die Arbeitslosigkeit halbiert." Bayern habe die solidesten Finanzen, die meisten Lehrstellen, hohes Wirtschaftswachstum, die beste Sicherheitslage und eine vorbildliche Energiepolitik.

Ein eventuelles Regierungsbündnis mit der FDP lehnte Beckstein erneut ab. "Ich will unter keinen Umständen eine Koalition." Ein klarer Kurs sei besser für Bayern. Prägende Persönlichkeit der FDP in Bayern sei die Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. "Das ist eine Linksliberale. Da wäre unsere Spitzenstellung in der inneren Sicherheit sofort weg." (APA/dpa)

 

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