Strafe gegen Hamilton bestätigt

23. September 2008, 18:13
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Engländer hatte im Grand Prix von Belgien abgekürzt und dann Kimi Räikkönen überholt - Kein Einspruchsrecht für McLaren-Mercedes

Paris - Einspruch abgelehnt: Vizeweltmeister Lewis Hamilton wurde der Sieg im  Großen Preis von Belgien endgültig aberkannt. 22 Stunden nach dem Ende der Anhörung am Grünen Tisch wies das Berufungsgericht des Internationalen Automobilverbandes FIA am Dienstag den Protest von Hamiltons Rennstall McLaren-Mercedes gegen die 25-Sekunden-Zeitstrafe ab, durch die der 23-jährige Brite vom ersten auf den dritten Rang zurückgefallen war. Nach der Anhörung der Beteiligten sei man zu dem Schluss gekommen, dass eine Berufung unzulässig sei, hieß es in der Erklärung der FIA.

Hamilton erfuhr von der Entscheidung in Singapur. Dorthin war er bereits am Montagabend nach der Verhandlung von Paris aus aufgebrochen. In das mit Spannung erwartete erste Nachtrennen der Formel 1 am Sonntag wird der Silberpfeil-Pilot nun weiterhin mit nur einem Punkt Vorsprung starten. WM-Rivale Felipe Massa, der von der Strafe gegen Hamilton in Spa Francorchamps profitierte und nachträglich den Sieg bejubeln durfte, ist Zweiter im WM-Klassement (77).

"Enttäuscht, nicht niedergeschlagen"

In einem von McLaren verbreiteten Statement Hamiltons zum FIA-Entscheid hieß es: "Ich bin enttäuscht, ja, aber nicht niedergeschlagen." Die Leute würden wahrscheinlich von ihm denken, dass er wegen des Urteils und des endgültig aberkannten Sieges deprimiert sei. "Aber das bin ich nicht."

Etwaigen Hoffnungen des Engländers auf ein  Sieben-Punkte-Polster wurde durch die Entscheidung der fünf Richter jedenfalls eine Absage erteilt. "Ich hoffe, die Richter sehen die Wahrheit", hatte er kurz nach seiner Anhörung noch gesagt und auf die Zuerkennung der vier verlorenen Punkte von Spa gehofft. "Die Fakten sprechen klar für Lewis", hatte auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug vor der Verhandlung noch geglaubt. Nach der Mitteilung meinte er: "Zum Glück bleibt Lewis auch so der WM-Führende und wir werden weiter versuchen, auf der Strecke so viel zu erreichen, dass die uns in Spa weggenommenen Punkte, am Ende nicht die Weltmeisterschaft entscheiden."

Die Rivalen aus Maranello wollten das Urteil nicht weiter kommentieren. Man habe nichts weiter zu dieser Entscheidung durch die FIA zu sagen, erklärte Ferrari-Sprecher Luca Colojanni. Wäre die Entscheidung der Rennkommissare aufgehoben worden, hätte Massa zwei Punkte verloren.

Der Vorfall

In Belgien hatte Hamilton vor rund zwei Wochen kurz vor Schluss Titelverteidiger Kimi Räikkönen im Ferrari überholt, als er in einer Schikane abkürzte. Danach ließ der Brite den später durch einen selbst verschuldeten Unfall ausgeschiedenen Finnen wieder passieren, überholte ihn aber sofort wieder. Renndirektor Charlie Whiting bestätigte zweimal auf Nachfrage, dass er glaube, Hamiltons Manöver sei "okay" gewesen. Die Rennkommissare entschieden aber anders und belegten den Briten mit der Zeitstrafe. Der Grand Prix war bereits beendet und eine Durchfahrtsstrafe praktisch nicht mehr möglich gewesen. Auf Rang zwei kletterte damals der Deutsche Nick Heidfeld im BMW-Sauber.

In Paragraf 5 des Artikel 152 des International Sporting Code steht, dass Durchfahrtsstrafen nicht anfechtbar durch eine Berufung sind. Diesen Punkt hatten die Beteiligten bereits am Montag zu Beginn der Anhörung über zwei Stunden diskutiert. Hamilton konnte mit seiner Schilderung der Vorkommnisse in der dramatischen Schlussphase des Ardennen-Rennens am 7. September nichts mehr ändern.  (APA/dpa)

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Hamilton kann sich auf den GP von Singapur konzentrieren.

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