Bush fordert gemeinsamen Kampf gegen den Terror

23. September 2008, 20:20
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Letzte Rede des scheidenden US-Präsidenten vor der UNO

New York - In seiner mit Spannung erwarteten letzten Rede vor der UN-Generalversammlung hat US-Präsident George W. Bush am Dienstag die UN-Staaten zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus aufgerufen. Die UN-Mitglieder müssten in dieser Frage zusammenstehen, erklärte Bush. "Wie Sklaverei und Piraterie hat Terrorismus keinen Patz in der modernen Welt", so der US-Präsident.

"Wenige Nationen" wie Syrien und der Iran sponserten weiterhin den Terrorismus, so Bush vor der Vollversammlung, an der auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad teilnimmt, der am Dienstagnachmittag (Ortszeit) reden sollte. Diese Nationen würden darin zunehmend isoliert - es sei aber falsch, anzunehmen, dass die terroristische Bedrohung weniger geworden sei.

Bush setzte einen deutlichen Akzent auf die Notwendigkeit von multinationalem Handeln. "Die Vereinten Nationen und andere internationale Organisationen werden heute mehr denn je gebraucht", erklärte Bush. Angesichts der zahlreichen Herausforderungen der Zeit könne es nur durch gemeinsames Handeln gelingen, die Welt sicherer zu machen.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy erklärte im Namen der EU, in dieser schwierigen Zeit habe die internationale Gemeinschaft "eine politische und moralische Verantwortung" , die man auf sich nehmen müsse. "Wir haben keine Zeit, zu warten."

Neue "globale Führung"

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sprach sich in seiner Rede für eine neue "globale Führung" aus und forderte mehr Anstrengungen im Kampf gegen Hunger und Armut. "Die globale Hungerkrise ist nicht verschwunden. Sie ist nur aus den Schlagzeilen gekommen" , erklärte der UN-Chef.

Auch der Präsident der UN-Generalversammlung, Miguel d'Escoto Brockmann, rief zu mehr internationaler Solidarität auf. Die Welt sei an einem Punkt angekommen, an dem es keine Alternative gebe: "Entweder entscheiden wir uns dafür, einander als Brüder und Schwestern zu behandeln - oder wir werden das Ende der Menschheit erleben" , sagte der nicaraguanische Ex-Außenminister und frühere Priester. Eine kleine Gruppe von Ländern treffe Entscheidungen, unter denen die armen Länder litten, so d'Escoto, der als scharfer US-Kritiker gilt. US-Präsident George W. Bush kündigte er jedoch als seinen "lieben Bruder" an. (raa/DER STANDARD, Printausgabe, 24.9.2008)

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    Die Mitglieder der UN vesammelten sich in New York

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