Zeitungen erreichen 40 Prozent der Web-Nutzer

23. September 2008, 15:46
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Zeitungskongress: Internet ist "wichtiger Teil der Zukunftsstrategie"

Die deutschen Zeitungen profitieren vom Wachstum in den digitalen Märkten. Mit ihren Webauftritten erreichen sie fast 40 Prozent der Internetnutzer, deren Zahl innerhalb des vergangenen Jahres von 14 auf 16 Millionen angestiegen ist. Zu diesem Schluss kam der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, in seiner Eröffnungsrede des Zeitungskongresses 2008 in Berlin. "Die Internetangebote der Verlage haben einen enormen Aufschwung genommen", erklärte Heinen in Gegenwart von Bundeskanzlerin Angela Merkel und rund 500 Kongressteilnehmern. Als Produzent von Qualitätsinhalten würden die Verlage heute alle zur Verfügung stehenden Plattformen aus dem Print-, Online- und Mobil-Bereich nutzen. Obwohl die gedruckte Zeitung noch "auf lange Sicht die Säule des Geschäfts" bleiben werde, sei das Internet "ein wichtiger Bestandteil der Zukunftsstrategie", so die Überzeugung Heinens.

Öffentlich-rechtliche Websites

Für eine weitere positive Entwicklung der Branche sei vor allem die Politik gefordert. Da die Verlage im Netz ihre Angebote aus eigener Tasche bezahlen müssten, dürften die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die sich über Gebührengelder finanzieren, ihre Expansion im Internet nicht weiter fortführen. "Uns interessiert hier vor allem das Thema einer drohenden öffentlich-rechtlichen elektronischen Presse. Die darf es genauso wenig geben, wie überregionale oder regionale gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Zeitungen", stellte Heinen fest.

Keine Berdohung

Anders als vielfach vermutet, sei das Netz keine Bedrohung für die Branche. So werde sich der Werbeumsatz der Zeitungsportale laut Vorhersagen von heute sieben Mrd. Dollar (4,7 Mrd. Euro) bis 2012 verdoppeln. Allerdings untergräbt nach Angaben der Meinungsforscherin Renate Köcher das Internet bei jungen Menschen die Gewohnheit der täglichen Zeitungslektüre. Das Internet sei bei den 20- bis 29-Jährigen die erste Informationsquelle. (pte/ APA/dpa)

 

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