In "Gesichtern" der Autos gelesen: Dominante, maskuline Typen bevorzugt

27. September 2008, 18:01
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Forscherteam von der Stadtethologie in Wien hat Probanden Fahrzeuge charakterisieren lassen - wir Menschen schreiben demnach Dingen Menschliches zu

Wien - Für gar nicht so wenige Menschen haben die Fronten von Autos nicht nur menschliche Züge (Augen-Nase-Mund), sondern vermitteln auch bestimmte Charaktereigenschaften, behauptet eine  Untersuchung von Wissenschaftern um Karl Grammer vom Ludwig-Boltzmann-Institut für Stadtethologie in Wien, die in der Fachzeitschrift "Human Nature" veröffentlicht wurde.

Laut Grammer assoziierte ein Drittel aller Befragten mindestens 90 Prozent der Fahrzeuge mit dem Gesicht eines Menschen oder Tieres. Mehr als 50 Prozent aller Automodelle wurden Augen (Frontlichter), ein Mund (Lufteinlass/Kühlergrill) und eine Nase zugeschrieben.

Darüber hinaus stimmten die Probanden darin überein, welches Automodell spezifische Wesenszüge trägt. Die Forscher fanden heraus, dass die beliebtesten Fahrzeuge über einen breiten Radstand, eine schmale Frontscheibe und/oder weit auseinanderliegende schmale Scheinwerfer verfügen. Je attraktiver die Befragten ein Fahrzeug fanden, desto mehr wies es Formeigenschaften auf, die die Autoren mit dem Begriff "Power" umschreiben.

Verfahren auf leblose Gegenstände angewandt

Dieses Ergebnis belege, dass ausgereifte, dominante, maskuline, arrogante und furchterregend wirkende Fahrzeugtypen sowohl von Männern als auch von Frauen bevorzugt werden. "Im Laufe der Evolution haben die Menschen die Fähigkeit entwickelt, Informationen über das Geschlecht, das Alter, die Gefühle und Absichten von Menschen zu sammeln, indem sie sich deren Gesichter genau anschauten", erklärte Grammer.

Die Ethologen kommen zu dem Schluss, dass dieses Verfahren möglicherweise auch auf andere Lebewesen und vielleicht sogar auf leblose Gegenstände wie Autos angewendet wird. Obwohl diese Theorie bereits von anderen Autoren aufgestellt wurde, ist sie bis jetzt noch nicht systematisch untersucht worden.

Nun soll untersucht werden, ob die Zusammenhänge auch Einfluss auf das Kaufverhalten haben. (APA)

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